Ärzte Zeitung, 17.05.2005

Mit Verstärkung der Apoptose gegen Tumoren

HEIDELBERG (bd). Ein vielversprechender Weg, um bei Frauen mit Brustkrebs die Ansprechrate auf eine primäre Chemotherapie zu erhöhen, ist der Angriff auf molekulare Ziele. Eines davon ist das Eiweißmolekül Bcl-2.

In einer Pilotstudie mit derzeit knapp 30 Patientinnen wurde die Synthese von Bcl-2 mit dem Antisense-Oligonukleotid Oblimersen gedrosselt. Bcl-2 verhindert, daß der programmierte Zelltod eingeleitet wird. Durch das kurze Nukleinsäure-Molekül soll erreicht werden, daß die Chemotherapie mit einem Taxan verstärkt zur Apoptose in den Tumorzellen führt. Nähere Daten dazu liegen allerdings noch nicht vor. Daß dieses Prinzip greifen könnte, sei aber bereits in Vorläuferstudien bei anderen Tumoren durch Messung der Bcl-2-Spiegel bestätigt worden, berichtete Privatdozent Dr. Andreas Schneeweiß aus Heidelberg.

Bei Her 2 / neu-positiven Brustkrebspatientinnen könne der Anteil der kompletten Remissionen wiederum beträchtlich gesteigert werden - nämlich auf über 60 Prozent -, wenn zusätzlich zur Chemotherapie Herceptin verabreicht werde. Dies habe eine kleine Untersuchung mit bislang 30 Patientinnen ergeben, so Schneeweiß bei einem von dem Unternehmen Lilly Onkologie unterstützten Symposium der Heidelberger Frauenklinik. Weitere Daten zur adjuvanten Therapie mit Herceptin bei Patientinnen mit Her 2 / neu-Überexpression wurden auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die heute zuende geht.

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