Ärzte Zeitung, 12.07.2005

Misteltherapie bei Brustkrebs wird jetzt geprüft

Studie in Heidelberg gestartet

HEIDELBERG (eb). Welchen Nutzen haben Frauen mit Brustkrebs von einer Misteltherapie? Das wird jetzt in einer Studie der Ambulanz für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg geklärt.

"Wir wollen untersuchen, ob eine Behandlung mit Mistelpräparaten die Lebensqualität bessern, Beschwerden verringern, eine depressive Stimmung lindern und Hormonwerte sowie Immunfaktoren positiv beeinflussen kann", so die Leiterin der Ambulanz, Dr. Cornelia von Hagens.

Obwohl Misteltherapien seit etwa 80 Jahren bei Patienten mit Tumor-Erkrankungen mit positiven Erfahrungen verwendet werden, ist ihre Wirksamkeit nicht bewiesen. Es fehlen Studien, die den wissenschaftlichen Ansprüchen der modernen Arzneimitteltherapie genügen, wie die Universität mitteilt.

Die Heidelberger Studie dauert sechs bis neun Monate. Die Misteltherapie - drei Injektionen pro Woche - wird eng von der Naturheil-Ambulanz in Zusammenarbeit mit Frauen- und Hausärzten überwacht.

Teilnehmen können Patientinnen mit frühem Tumorstadium und abgeschlossener Erstbehandlung (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung), aber auch Frauen mit einem fortgeschrittenem Tumor, die sich gerade einer Behandlung unterziehen. Eine Therapie mit Antikörpern und Anti-Östrogenen gleichzeitig ist möglich.

Anmeldung von 9 bis 13 Uhr in der Ambulanz für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, Tel.: 0 62 21 / 5 63 77 04

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