Ärzte Zeitung, 08.09.2005

Brustkrebs: Wechsel auf Anastrozol-Therapie kann sich lohnen

Frauen nach der Menopause und mit Hormonrezeptor-positivem Tumor, die Tamoxifen bekommen, profitieren vom Wechsel

FRANKFURT/MAIN (hbr). Für Frauen in der Postmenopause mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs, die adjuvant Tamoxifen erhalten, lohnt sich ein Wechsel zu dem Aromatasehemmer Anastrozol. Für Frauen mit bereits abgeschlossener fünfjähriger Tamoxifen-Therapie sei eine anschließende Behandlung mit Anastrozol von Vorteil, so Professor Manfred Kaufmann.

Der Gynäkologe stellte in Frankfurt am Main Daten von etwa 800 postmenopausalen, Hormonrezeptor-positiven Patientinnen vor. Sie hatten im Anschluß an eine fünfjährige Tamoxifen-Therapie - teilweise kombiniert mit dem Aromatasehemmer Aminogluthetimid - drei Jahre lang Anastrozol (Arimidex®) oder Placebo erhalten. Bei zwei Drittel der Patientinnen in dieser Studie mit dem Akronym ABCSG-6a waren die Lymphknoten nicht befallen.

Die Studien-Ergebnisse: Die ereignisfreie Überlebensrate war bei den Frauen in der Verumgruppe signifikant höher als in der Placebo-Gruppe. So war die Rezidivrate mit Anastrozol um ein Drittel niedriger. Kontralaterale Mammakarzinome traten sechsmal auf, bei Frauen der Vergleichsgruppe dagegen zehnmal. Die Umstellung lohne sich also, so der Gynäkologe von der Universitätsklinik Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung des Unternehmens AstraZeneca.

Auch ein Wechsel zu Anastrozol nach zwei bis drei Jahren Tamoxifen sei effektiv, betonte Kaufmann. Das hat die kombinierte Auswertung der fünf Jahre dauernden ARNO-95- und der ABCSG-8-Studie ergeben. Teilgenommen hatten 3224 Hormonrezeptor-positive Frauen, die adjuvant mit Tamoxifen behandelt wurden.

Die 1618 Patientinnen, die nach zwei Jahren auf Anastrozol umgestellt wurden, profitierten deutlich: Über eine mittlere Nachbeobachtungsdauer von 28 Monaten traten bei ihnen 67 Rezidive auf, in der Tamoxifen-Gruppe jedoch 110 (Lancet 366, 2005, 455).

Und es gab bei den Frauen der Anastrozol-Gruppe 46 Fernmetastasen, bei den Frauen, die durchgehend Tamoxifen erhalten hatten, dagegen 75. Zwar waren auch hier zwei Drittel der Teilnehmerinnen nodal-negativ. Eine ähnlich aufgebaute Untersuchung mit 448 nodal- und Hormonrezeptor-positiven Frauen zeigte aber nach 52 Monaten ebenfalls signifikante Vorteile für den Aromatasehemmer.

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