Ärzte Zeitung, 04.09.2006

Therapiewechsel bringt bei Brustkrebs deutliche Vorteile

Nach zwei bis drei Jahren Tamoxifen-Therapie nützt Umstellung auf Exemestan / Gesamtüberlebensrate signifikant größer / Neue Studiendaten

DRESDEN (ikr). Frauen mit Brustkrebs, die nach zwei bis drei Jahren adjuvanter Therapie mit Tamoxifen auf den Aromatasehemmer Exemestan umgestellt werden, profitieren: Sie haben deutlich weniger Rezidive und leben länger als Frauen, die weiterhin Tamoxifen erhalten.

Das belegen neue Studiendaten, die unter ähnlichen Bedingungen wie im Praxisalltag erhoben worden sind. Darauf hat Professor Olaf Ortmann aus Regensburg bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Dresden hingewiesen. Die neuen Daten stammen aus der Intergroup Exemestane Study (IES).

4724 Patientinnen mit Brustkrebs in der Postmenopause, die bereits zwei bis drei Jahre Tamoxifen erhalten hatten, wurden entweder für weitere zwei bis drei Jahre auf den steroidalen Aromatasehemmer Exemestan (Aromasin®) umgestellt oder weiter mit Tamoxifen behandelt.

    Umstellung verlängert rezidivfreie Zeit und Lebenserwartung.
   

Nach 4,8 Jahren, also lange nach Therapie-Ende, war die Rezidivrate bei den mit Exemestan behandelten Frauen um 25 Prozent geringer als in der Tamoxifen-Gruppe (339 Ereignisse versus 430 Ereignisse). Der absolute Unterschied betrug 3,5 Prozent. Und die Rate der Fernmetastasen war um 18 Prozent geringer, wie Ortmann bei einer Veranstaltung von Pfizer berichtet hat.

Das entspricht etwa den Ergebnissen aus der Zwischenauswertung der IES-Studie, die im vergangenen Jahr zur Zulassung der Switch-Therapie bei Frauen mit Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs geführt hatten.

Das wichtigste Ergebnis der neuen Analyse: Die Gesamtüberlebensrate in der Exemestangruppe ist signifikant größer als in der Tamoxifengruppe. Von den 2296 Frauen aus der Exemestangruppe starben 210 im Beobachtungszeitraum; in der Tamoxifengruppe waren es 251. Das sei ein signifikanter Unterschied von 17 Prozent, so Ortmann.

Diese Ergebnisse seien auch deshalb so bedeutsam, weil die Studienteilnehmerinnen denjenigen Frauen, die Ärzte im Praxisalltag betreuen, sehr ähnlich gewesen seien: 52 Prozent hatten befallene Achsellymphknoten, bei 45 Prozent waren sie noch frei von Krebszellen. Außerdem: 33 Prozent der Frauen hatten vor Studienbeginn bereits eine Chemotherapie bekommen. 97 Prozent hatten einen Hormonrezeptor-positiven und 2,6 Prozent einen Hormonrezeptor-negativen Brustkrebs.

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