Ärzte Zeitung, 10.04.2007

Dreierkombination bei Mamma-Ca ist vorteilhaft

Anthrazyklin-freie Kombination wird besser vertragen

MÜNCHEN (wst). Zur adjuvanten Chemotherapie von Frauen mit HER2/neu-positivem Mamma-Karzinom ist die Dreierkombination mit Docetaxel, Carboplatin und dem Antikörper Trastuzumab ähnlich gut wirksam wie eine Viererkombi mit Doxorubicin, Cyclophosphamid, Docetaxel und Trastuzumab. Vorteil der Anthrazyklin-freien Dreierkombi ist die deutlich bessere Verträglichkeit.

Darauf hat der Gynäkologe Professor Wolfgang Eiermann aus München bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in München hingewiesen. Nachgewiesen wurde der Vorteil der Dreierkombination in der BCIRG* 006-Studie. An dieser Studie nehmen 3222 Frauen mit noch nicht metastasiertem HER2/neu-positivem Mamma-Karzinom teil. Bei einem Teil der Frauen waren zu Studienbeginn auch die Achsellymphknoten bereits von Krebszellen befallen.

1074 Frauen erhielten das ACTH-Schema: vier Zyklen Doxorubicin plus Cyclophosphamid gefolgt von vier Zyklen Docetaxel (in Deutschland Taxotere®) und einer einjährigen Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab. Bei 1075 Frauen wurde das TCH-Schema angewendet: sechs Zyklen Docetaxel plus Carboplatin und parallel dazu ein Jahr lang Trastuzumab. 1073 Frauen bekamen die Standardtherapie (ACT-Schema): vier Zyklen Doxorubicin plus Cyclophosphamid gefolgt von vier Zyklen Docetaxel.

Vier Jahre nach Studienbeginn hatten bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von drei Jahren 83 Prozent der Frauen aus der ACTH-Gruppe und 82 Prozent aus der anthrazyklinfreien TCH-Gruppe rezidivfrei überlebt. Bei den Frauen ohne Antikörper (ACT-Arm) waren es nur 77 Prozent. Auch bei der Gesamtüberlebensrate schnitten die Frauen mit dem Antikörper besser ab: Sie betrug nach vier Jahren 92 Prozent im ACTH-Arm, 91 Prozent im TCH-Arm und 86 Prozent im ACT-Arm.

Die beiden Trastuzumab-basierten Kombinationen waren ähnlich effektiv und signifikant besser wirksam als die Trastuzumab-freie Behandlungsstrategie abschnitten.

Der entscheidende Vorteil des anthrazyklinfreien TCH-Schemas liege in der besseren Verträglichkeit, so Eiermann. Das betreffe besonders die kardialen Nebenwirkungen. Zwar war innerhalb der vier Studienjahre keine Patientin an Herzversagen gestorben, doch hatten in der ACTH-Gruppe 20 Frauen eine schwere Herzinsuffizienz entwickelt. Das war nur bei vier Frauen im TCH-Arm und auch im ACT Arm so.

*BCIRG steht für Breast Cancer International Research Group

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »