Ärzte Zeitung, 19.09.2007

Frühtherapie mit Aromatasehemmer hat Vorteil

Therapie ab Brustkrebs-Op verhindert jedes vierte Rezidiv / Am meisten Rezidive in den ersten drei Jahren

BERLIN (grue). Für die frühe adjuvante Hormontherapie mit einem Aromatasehemmer direkt nach der Op plädiert der Onkologe Professor Wolfgang Eiermann aus München. Denn diese Therapie sei bei Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs dem Antiöstrogen Tamoxifen überlegen. Das sei etwa in einer großen Studie mit dem Aromatasehemmer Anastrozol nachgewiesen worden.

In der ATAC*-Studie ist die effektive Wirksamkeit von Anastrozol (Arimidex®) zur adjuvanten Brustkrebstherapie über sechs Jahre belegt worden. Das hat Eiermann auf einer Veranstaltung des Unternehmens Astra Zeneca in Berlin berichtet. In der Studie wurden Frauen in der Postmenopause mit hormonrezeptor-positiven Tumoren fünf Jahre mit Anastrozol oder Tamoxifen behandelt. Nach sechs Jahren, also nach fünf Jahren Therapie und einem Jahr Nachuntersuchung, war bei den mit Anastrozol Behandelten die relative Rezidivrate um 26 Prozent geringer als bei Frauen mit Tamoxifen. Der absolute Unterschied betrug 3,7 Prozent.

Da mit dem Aromatasehemmer offenbar langfristig jedes vierte Rezidiv verhindert werden könne, sollte dieses Medikament von Anfang an und nicht erst nach behandlung mit Tamoxifen eingesetzt werden, so der Gynäkologe. Nur so lasse sich das relativ hohe Rezidivrisiko in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Op senken. Denn: Bis zu 80 Prozent der Rezidive treten während dieses Zeitraums auf. Eiermann: "Und aus einem Lokalrezidiv wird zu 18 Prozent innerhalb eines Jahres eine systemische Krebserkrankung".

Anastrozol schützt Frauen mit Brustkrebs aber nicht nur besser vor Rezidiven als Tamoxifen. Es ist nach nach Angaben von Eiermann insgesamt auch besser verträglich. So habe es in der ATAC-Studie mit dem Aromatasehemmer weniger schwere unerwünschte Wirkungen gegeben als mit Tamoxifen (4,7 versus neun Prozent). Auch die Zahl der nebenwirkungsbedingten Therapieabbrüche war geringer. Es gab mit Anastrozol seltener Thrombosen, Endometrium-Karzinome und antihormonelle Effekte, aber etwas häufiger Arthralgien und Frakturen.

*ATAC bedeutet Anastrozol, Tamoxifen Alone or in Combination

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Dicke Raucher riskieren ihre Haarpracht

Doppelt ungünstig: Adipöse Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Alopezie. Ein solcher Zusammenhang wird aufgrund der Resultate einer italienischen Studie vermutet. mehr »

Mein Ausweg aus dem Hamsterrad

Jana Draffehn ist Ärztin in Weiterbildung und will eine Hausarztpraxis im thüringischen Hermsdorf übernehmen. Warum das Leben als Landärztin ist für sie ein Traumjob mit vielen Vorteilen ist. mehr »

Warum die Therapie manchmal nicht klappt

Spricht ein Patient mit Erektiler Dysfunktion (ED) schlecht auf eine Therapie mit PDE-5-Hemmer an, kann es an der Dosis liegen – oder am Mann. Unser Sommerakademie-Spezial. mehr »