Ärzte Zeitung, 15.05.2008

Ödemschutz nach Brustkrebs - da sind Hausärzte gefragt!

Nur 42 Prozent der Frauen werden in der Klinik beraten  /  Studie mit 1000 Patientinnen

BAD NAUHEIM (ikr). Nahezu jede zweite Patientin, die wegen Brustkrebs operiert oder bestrahlt wurde, wird in der Klinik nicht über die Möglichkeiten der Prophylaxe eines Armlymphödems informiert. Hausärzte können das Versäumnis nachholen. Denn es gibt effektive Präventionsmaßnahmen.

Am Reha-Zentrum Bad Nauheim wurden 1000 Brustkrebs-Patientinnen nach Präventionsmaßnahmen befragt (Frauenarzt 4, 2008, 322). Demnach hatten auch nach abgeschlossener Therapie 42 Prozent der Frauen in ihrer Klinik kein Ödemmerkblatt oder andersartige Empfehlungen zur Ödemprophylaxe erhalten.

Wichtig sei etwa der Hinweis, sich vor Verletzungen und Überlastungen am gefährdeten Arm zu schützen, sagt Barbara Netopil von der Taunusklinik im Reha-Zentrum Bad Nauheim. Auch einengende Büstenhalter erhöhen bekanntlich das Ödemrisiko. Dasselbe gilt für die klassische Knetmassage und für Urlaub in heißen Ländern.

Beides verstärkt die Bildung von Lymphflüssigkeit. Schwer zu schaffen machen Frauen mit Lymphödem oft Schweregefühl und Spannungsempfinden sowie Bewegungseinschränkungen infolge der reduzierten Lymphtransportkapazität.

Obwohl die operativen und radiologischen Techniken bei Brustkrebs schonender geworden sind, bekommen noch etwa 17 Prozent der Frauen ein Armlymphödem. Das hat die Auswertung der Daten von 1000 Patientinnen ergeben. Einen deutlichen Schutz bietet die Sentinel-Node-Biopsie, bei der statt der herkömmlichen Axilladissektion lediglich ein bis zwei Wächterlymphknoten entfernt werden. Nur drei Prozent der 238 so behandelten Frauen entwickelten Armödeme.

Ödem-Merkblätter für Patientin-nen gibt es unter: www.dglymph.de; den Link "Medizinische Infos" und dann "Verhaltensregeln Arm" wählen.

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