Ärzte Zeitung online, 23.12.2008

Nein zum Lymphödem nach Brustkrebstherapie

NEU-ISENBURG (run). Informationen zum Thema Lymphödem für Frauen nach einer Brustkrebstherapie hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) seit Kurzem im Internet bereitgestellt.

Danach sind es vor allem drei Dinge, die den quälenden Flüssigkeitsansammlungen im Brust- und Armbereich entgegenwirken: eine möglichst schonende Behandlung, körperliche Aktivität und die Kenntnis der frühen Warnzeichen für ein Lymphödem.

Wissenschaftler schätzen, dass in Deutschland etwa 400 000 Frauen aufgrund einer Krebstherapie ein Lymphödem entwickeln. Je aggressiver eine Therapie ist, um so höher ist das Risiko. Doch selbst bei weniger aggressiven Behandlungen bekommen 10 bis 20 Prozent der Frauen ein Lymphödem, wie der Leiter des IQWIG, Professor Peter Sawicki, berichtet.

Aber nicht nur die Therapiewahl beeinflusse das Geschehen. Auch Frauen, die körperlich aktiv seien, könnten ihre Lebensqualität positiv beeinflussen. Die frühere Empfehlung, den Arm nach einer Operation nicht zu belasten, damit sich kein Lymphödem entwickle, sei wissenschaftlich nicht haltbar.

Allerdings sei es wichtig, dass Frauen lernen, wie sie ein beginnendes Ödem erkennen und wie sie möglichst früh etwas dagegen unternehmen können. Nachweislich hilfreich sei dann, so Sawicki, eine Kompressionstherapie. Auch eine Lymphdrainage und physiotherapeutische Übungen könnten unterstützend wirken.

www.gesundheitsinformation.de

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