Ärzte Zeitung, 09.02.2009

Massage lindert Schmerz und Fatigue bei Brustkrebs

BERLIN (ikr). Eine Massagetherapie zusätzlich zur konventionellen Behandlung wirkt sich bei Frauen mit Brustkrebs positiv auf die Lebensqualität aus. Zum Beispiel wird die Schmerzwahrnehmung deutlich reduziert.

Das hat die Analyse von 14 Studien mit insgesamt fast 2000 Tumorpatienten ergeben. Es handelte sich vorwiegend um Brustkrebspatientinnen (Geburtsh Frauenheilk 68, 2009, 359). Die darin angewandten Massagetechniken reichten von der klassischen Massage bis zur Fußreflexzonentherapie. Am häufigsten wurde die klassische Massage geprüft.

Mit der Massagetherapie hatten sich in den meisten Studien die Schmerzwahrnehmung und die Ängstlichkeit der Patienten signifikant verringert, berichten Miriam Listing und ihre Arbeitsgruppe vom Brustzentrum der Charité in Berlin. Auch das Stressempfinden war in fünf Studien bei Patienten mit Massagetherapie geringer. Und in drei Studien waren Übelkeit und Fatigue reduziert im Vergleich zu Patienten ohne Massagen. Keine konsistenten Ergebnisse wurden für den Einfluss der Massage auf die Depressivität der Patienten gefunden.

Und keinen Hinweis gibt es nach Angaben der Berliner Wissenschaftler entgegen häufiger Annahme für eine Streuung von Tumorzellen durch die Massage. Daher könne eine Massagetherapie zusätzlich zur konventionellen Behandlung bei Brustkrebspatientinnen durchaus empfohlen werden, so die Forscher.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »