Ärzte Zeitung online, 12.02.2009

Uniklinik Jena und Reha-Aktiv 2000 bieten Informationstag zu Lymphödem

JENA (eb). Am 14. Februar findet in der Universitätsfrauenklinik Jena ein kostenloses Patientenseminar zum Thema Lymphödem nach Brustkrebs statt. Gemeinsam mit dem Sanitätshaus Reha-Aktiv 2000 werden ab 10 Uhr Lymphödem-Experten über Behandlungsmöglichkeiten informieren und anhand praktischer Übungen Tipps für das Leben mit Lymphödem geben. Eingeladen sind Betroffene und Interessierte.

Lymphödeme gehören zu den häufigen Behandlungsfolgen nach einer Krebstherapie. Grund ist die oft notwendige Entnahme von Lymphknoten im Achsel- oder Leistenbereich, um so ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Die Folge: Die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr ungehindert fließen, staut sich und löst Schwellungen an den betroffenen Körperteilen aus. "Etwa 20 bis 30 Prozent aller an Brustkrebs erkrankten Frauen entwickeln nach einer Lymphknotenoperation ein Lymphödem der Brust oder des Armes", so Dr. Anne Egbe vom Interdisziplinären Brustzentrum des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Dieses kann sich sowohl unmittelbar nach der Krebstherapie bilden als auch Monate oder sogar Jahre später. "Für die bereits durch die Krebserkrankung stark belasteten Frauen stellt die sichtbare Schwellung und Veränderung eine psychische und körperliche Belastung dar", so Egbe. "Unsere Aufgabe in der Nachbehandlung ist es daher, dafür zu sorgen, dass sich die Lymphstauungen gar nicht erst bilden oder erfolgreich reduzieren lassen."

Aktive Mitarbeit der Patientinnen ist aber auch gefragt, wenn es darum geht, schon der Entstehung von Lymphstauung vorzubeugen. "Hier können bereits so einfache Maßnahmen wie das Vermeiden von Überhitzung in Sauna, Thermalbädern oder beim Sonnenbaden helfen", betont Brustschwester Kerstin Zellmann.

"Wichtig ist auch, schon kleinste Verletzungen möglichst zu vermeiden oder zumindest sofort zu desinfizieren, damit sich keine Entzündungen bilden können", sagt Schwester Zellmann weiter. Ein weiteres einfaches Mittel zur Vorsorge ist der Verzicht auf einengende oder einschneidende Kleidung oder das Tragen der Handtasche auf der betroffenen Schulter.

Ist jedoch der Lymphfluss schon gestört, helfen Physiotherapie, krankengymnastische Übungen und Lymphdrainage, unterstützt durch die Verwendung spezieller Kompressionsbandagen oder -strümpfe. Wie diese angewendet werden sollten, wird ebenfalls am Samstag demonstriert.

"Wir möchten mit diesem besonderen Patientenseminar den betroffenen Frauen die vielen Möglichkeiten zeigen, die ein Leben mit Lymphödem erleichtern können", so Dr. Anne Egbe.

"Lymphödeme nach Brustkrebs und Unterleibskrebs", Patientenseminar des Interdisziplinären Brustzentrums am Universitätsklinikum Jena: Die kostenlose Veranstaltung findet von 10 bis 14 Uhr statt im Sanitätshaus in der Platanenstraße 2 in Lobeda-Ost. Interessenten sollen sich unter Tel. 0 36 41 / 93 30 63 (Sekretariat Frauenklinik) vorab anmelden.

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