Ärzte Zeitung online, 24.06.2009

Fachgesellschaft: Ultraschall verbessert Früherkennung bei Brustkrebs

HAMBURG (eb). Die Ultraschalluntersuchung der Brust verbessert bei Frauen mit dichtem Gewebe die Früherkennung von Brustkrebs. Bei einer solchen Mammasonografie liegt die Erkennungsrate bei bis zu 88 Prozent. Die Nachweisquote bei der Mammografie liegt bei 56 Prozent. Die Ultraschalluntersuchung der Brust durch den Frauenarzt muss deshalb Bestandteil der Brustkrebsfrüherkennung bleiben.

Fachgesellschaft: Ultraschall verbessert Früherkennung bei Brustkrebs

Ärztin bei der Soniografie der Brust.

Foto: Klaro

Das fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben heute im Rahmen von Reihenuntersuchungen Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. "Die Mammasonografie ist dennoch als gleich- und nicht nachrangige Methode zur Mammografie zu betrachten", betont Professor Eberhard Merz aus Frankfurt in einer Mitteilung der DEGUM. Merz gehört zum Vorstand der DEGUM.

Ohne Zweifel stelle das Mammografie-Screening einen großen Fortschritt in der Frühdiagnostik des Brustkrebses dar, so der Frauenarzt. "Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, als löse die Röntgenuntersuchung allein das Problem der Brustkrebsfrüherkennung", so Merz.

Ein Drittel aller Brustkrebserkrankungen treten vor dem 50. Lebensjahr auf, ein Fünftel nach dem 69. Lebensjahr. Diese Frauen seien auch künftig auf die Ultraschalluntersuchung angewiesen sein, die viele Frauenärzte zusammen mit der Tastuntersuchung anbieten. "Gynäkologen sind in der Krebsvorsorge ein primärer Ansprechpartner für die Frauen: Oft betreuen sie ihre Patientinnen über lange Jahre", sagt der Experte. Auffällige Tastbefunde könnten mithilfe moderner Ultraschallgeräte, wie sie in der Schwangerenbetreuung zum Einsatz kommen, gezielt abgeklärt werden.

Jede zweite europäische Frau hat dichtes Brustgewebe

Die Mammasonografie spüre aber auch nicht-tastbare Tumore auf. Bei Frauen mit einer hohen Brustdichte im Röntgenbild - unter den Frauen europäischer Herkunft sind dies mehr als die Hälfte - hat der Brustultraschall nach Einschätzung von Merz sogar eindeutige Vorteile gegenüber der Mammografie: "Mit leistungsstarken Geräten werden viele Tumore entdeckt, die bei der Mammografie nicht erkennbar sind." Ultraschall biete sich deshalb auch zur Abklärung unklarer Befunde an.

In einer aktuellen Studie wurden sonografisch 15 Prozent der mammografisch nicht erkannten Tumoren in der Brust gefunden. Weitere Einsatzgebiete sieht der Experte in der Nachsorge der Krebspatienten. Die Ultraschalluntersuchung könne hier eingesetzt werden, um Narben in der Brust oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle zu beurteilen oder um das Gewebe um Brustimplantate zu prüfen.

Die Ärzte müssen viel Erfahrung mit der Brustsonografie haben

Voraussetzung für den Erfolg der Sonografie ist laut Merz neben einer guten technischen Ausstattung auch die Erfahrung der Ärzte. Die DEGUM zertifiziert deshalb Mediziner nach einem 3-Stufen-Konzept. Sie stellt damit sicher, dass die Untersuchung von kundigen Ärzten durchgeführt wird.

Merz: "Wir betrachten die Ultraschalluntersuchung durch den Frauenarzt insgesamt als eine sinnvolle Ergänzung zur Mammografie durch den Radiologen und befürworten eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auf hohem Niveau zum Wohle unserer Patientinnen." Frauen rät er, ihren Arzt nach seinem DEGUM-Zertifikat zu fragen.

[24.06.2009, 23:03:55]
Dr. Matthias Schreiber 
Falsche Überschrift ;-)
"Die Ultraschalluntersuchung der Brust durch den Frauenarzt muss deshalb Bestandteil der Brustkrebsfrüherkennung bleiben."

Die Mammasonografie ist kein Bestandteil der Brustkrebsfrüherekennung, denn sie ist kein Leistungsgegenstand der GKV. Der fachliche Wert des US ist davon natürlich nicht berührt.  zum Beitrag »

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