Ärzte Zeitung online, 24.09.2009

TACE kann Lebenserwartung bei Lebermetastasen deutlich erhöhen

FRANKFURT / MAIN (eb). Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) verlängert die Lebenserwartung von Frauen mit Brustkrebs und Lebermetastasen. Bei TACE handelt es sich um einen ambulanten minimalinvasiven Eingriff, mit dem über einen Katheter gezielt die Metastasen-Arterien verschlossen werden.

MRT mit Darstellung mehrerer, verschiedener großer Metastasen im linken und rechten Leberlappen bei einer Patientin.

MRT mit Darstellung mehrerer, verschiedener großer Metastasen im linken und rechten Leberlappen bei einer Patientin.

Das Frankfurter Uniklinikum setzt die TACE als neue Therapie gegen Lebermetastasen bei Brustkrebs ein und prüfte unter der Leitung von Direktor Professor Thomas Vogl dabei die Wirksamkeit verschiedener Kombinationen von Medikamenten. In der Studie wurden über 200 Patientinnen.

Für die Therapie werden über eine Leistenarterie dünne Katheter bis in die jeweilige Metastasen-Arterie vorgeschoben. Dann werden Medikamente in die Arterie gespritzt, die das Gefäß verschließen (Chemoembolisation) und so die arterielle Blutzufuhr zur Metastase unterbindet.

TACE kann Lebenserwartung bei Lebermetastasen deutlich erhöhen

Nach 3-maliger Chemoembolisation (TACE) findet sich eine deutliche Reduktion in Größe und Anzahl der Metastasen. Fotos (2): Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main

Ergebnis der Studie: TACE kann die Lebenserwartung von Patienten deutlich erhöhen und hilft ebenso als Überbrückungstherapie für Erkrankte, die vor weiteren Therapien stehen. Außerdem bestätigte die Studie, dass durch die neue Behandlungsmethode Lebertumore in vielen Fällen verkleinert und die Metastasenanzahl deutlich verringert werden kann, wie die Uni mitteilt.

Ein weiterer Vorteil von TACE: Es können sehr hohe Dosen von chemotherapeutischen Medikamentenverabreicht werden. Denn durch die direkte Einspriztung in die Mestastasenarterie kann eine bis zu hundertfach höhere Dosi verabreicht werden als etwa durch einen Venentropf oder durch Tabletten. bei einer systemischen Chemotherapie. Und dadurch, dass durch die Chemoembolisation dann die arterielle Blutzufuhr unterbunden ist, entfaltet sich die Wirkung der Chemotherapie wesentlich besser. Außerdem sind auch die Nebenwirkungen deutlich geringer als bei einer herkömmlichen Chemotherapie, wie die Uni Frankfurt mitteilt.

Die Behandlung wird darauf zwei bis dreimal im Abstand von vier Wochen wiederholt. Bei einem Behandlungserfolg kann TACE auch häufiger gemacht werden.

"Diese neue Technik bietet einerseits eine geringe Belastung für Patienten und verkürzt ihren Klinikaufenthalt deutlich. Außerdem ist die Anwendung unkompliziert obwohl sie das Tumorwachstum so deutlich verringert. TACE kann sogar zur Rückbildung des Tumors führen und lokale Verfahren wie die Lasertherapie oder auch die Hitzetherapie ermöglichen", so Vogl, der Spezialist für interventionelle Radiologie und Onkologie ist.

http://radiologie-uni-frankfurt.de/content/index_ger.html

[24.09.2009, 10:33:36]
Prof. Dr. Fritz-Peter Kuhn 
TACE
Was ist so sensationell an dieser Methode. Die TACE wird bereits seit über 20 Jahren beim hepatozellulären Karzinom eingesetzt!
Neu ist lediglich der Nachweis, dass die TACE auch beim metastasierenden Mammakarzinom hilft!
Und bitte den Patienten nicht verschweigen: Nur für eine sehr begrenzte Zeit! zum Beitrag »

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