Ärzte Zeitung online, 26.02.2010

Krebspatienten werden in zertifizierten Zentren offenbar besser behandelt

BERLIN (ugr). Die Fünfjahres-Überlebensrate bei Brustkrebspatientinnen, die in Kliniken zertifizierter Brustkrebszentren behandelt wurden, liegt etwa um 5 Prozent höher gegenüber anderen Betroffenen.

Krebspatienten werden in zertifizierten Zentren offenbar besser behandelt

Darauf hat Professor Rolf Kreienberg aus Ulm beim Deutschen Krebskongress in Berlin hingewiesen und nannte entsprechende Erhebungen in Sachsen. "Wir können beweisen, dass wir bessere Behandlungsqualität bieten als nicht-zertifizierte Behandlungseinrichtungen."

In mittlerweile 195 nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Brustkrebszentren wurden 2008 knapp 48 300 Frauen behandelt. Das entspricht einer Quote von 84,4 Prozent aller Brustkrebspatientinnen; im Schnitt wurden 248 Frauen pro Zentrum behandelt. Ziel der Zentren ist die leitliniengerechte Therapie aller versorgten Patientinnen. Dies gelinge, so Kreienberg, in Brustkrebszentren in den allermeisten Fällen, wie die vergleichenden Ergebnisse der BQS (Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung) bei Indikatoren wie Sicherheitsabstand bei brusterhaltender Therapie oder Wächterlymphknoten-Untersuchung im Frühstadium ergeben haben.

Mit so aussagekräftigen Daten können Darmkebszentren noch nicht aufwarten, räumte Professor Wolf Schmiegel aus Bochum ein. Das erste Zentrum dieser Art sei erst vor dreieinhalb Jahren zertifiziert worden, Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor. "Inzwischen haben wir 140 Darmkrebszentren in Deutschland, die 22 Prozent der Patienten behandeln."

Die Prozessqualität lässt in vielen Einrichtungen noch zu wünschen übrig, wie erste Auswertungen zeigen. Eine perioperative Radiochemotherapie bei Rektumkarzinompatienten im Stadium II/III werde nur von wenigen Zentren vorgenommen, obwohl die Behandlung in den Leitlinien empfohlen wird. Und die 30-Tage-Letalität nach elektiven Eingriffen betrage in einigen Kliniken bis zu 12 Prozent. "Das ist inakzeptabel", so Kongresspräsident Schmiegel. Hier müsse sich in der Folge noch einiges verbessern.

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