Ärzte Zeitung, 30.03.2010

Kommentar

Dualer Schutz für Knochen und Brust

Von Ingrid Kreutz

Bisphosphonate sind seit langem etabliert zur Senkung des Frakturrisikos bei Patienten mit Osteoporose. Außerdem schützen sie Krebskranke, zum Beispiel Frauen mit Brustkrebs, vor skelettbezogenen Komplikationen. Substanzen aus dieser Gruppe können aber anscheinend noch mehr: In den vergangenen Jahren hat es aus mehreren Studien Hinweise gegeben, dass sie bei Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium das Rezidivrisiko senken. Und einer aktuellen US-Studie zufolge könnten sie sich auch zur Primärprävention von Brustkrebs eignen. Einen solchen Test haben bisher nur der selektive Estrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen sowie Tamoxifen bestanden. Für beide Substanzen ist ein knochen- und brustschützender Effekt nachgewiesen.

Auch mit Bisphosphonaten wie Alendronat oder Zoledronat haben Frauen ein deutlich geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, hat eine Fall-Kontroll-Studie jetzt ergeben. Die US-Forscher haben eine mögliche Erklärung für die Schutzwirkung von Aminobisphosphonaten: Die Substanzen hemmen nicht nur die Knochenresorption, sondern greifen in den Mevalonat-Stoffwechsel ein. Und dadurch könne auch das Überleben von Tumorzellen beeinträchtigt werden, so die Forscher.

Lesen Sie dazu auch:
Bisphosphonat-Therapie: Dann haben Frauen ein geringeres Brustkrebsrisiko

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »