Ärzte Zeitung, 14.04.2010

Biomarker erlauben individualisierte Krebstherapie

Biomarker erlauben individualisierte Krebstherapie

Neue Biomarker erlauben eine immer gezieltere Therapie etwa bei Brust,- Darm- oder Lungenkrebs. Denn sie lassen Rückschlüsse auf die Schwachstellen eines Tumors zu und liefern Hinweise dafür, welche Medikamente geeignet sind, teilt die DGIM mit. Das steigert nicht nur den therapeutischen Erfolg. Es verschont auch Patienten vor belastenden und für sie unwirksamen Behandlungen.

Beispiel Brustkrebs: Bei etwa jeder vierten Patientin tragen die Krebszellen auf der Oberfläche den Rezeptor Her2 / neu. Hier docken Faktoren an, die das Tumorwachstum verstärken. Ist eine Patientin Her2 / neu-positiv, verspricht der Antikörper Trastuzumab Aussicht auf Erfolg: Er bindet an diese Rezeptoren, blockiert sie und unterbindet so das weitere Tumorwachstum. Bei Frauen ohne vermehrte Synthese des Rezeptors wäre die Applikation des Mittels sinnlos. "Die individualisierte Tumortherapie mit Biomarkern verhilft Patienten nicht nur zu wirksameren Therapien, sondern erspart vielen auch langwierige und belastende Behandlungen, die keine Aussicht auf Erfolg bieten", betont Professor Ruth Knüchel-Clarke vom Uniklinikum Aachen. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »