Ärzte Zeitung online, 22.06.2010

Vorteil für digitale Mammografie bei der Früherkennung von Brustkrebs

MÜNSTER (eb). Eine aktuelle Studie belegt: Ein digitales Mammografie-Screening verbessert die Diagnostik von Brustkrebserkrankungen im Frühstadium, und zwar durch Entdeckung von Mikroverkalkungen.

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Begutachtung digitaler Mammografie-Bilder.

© Referenzzentrum Mammographie, Universitätsklinikum Münster

Durch den Einsatz moderner digitaler Röntgentechnologie werden vermehrt Mikroverkalkungen gefunden, dessen Abklärung nicht nur die Rate diagnostizierter Brustkrebsvorstufen, sondern auch die Rate kleiner invasiver Brusttumoren im Vergleich zur herkömmlichen Film-Folien-Mammografie erhöht.

Diese Ergebnisse wurden vom Institut für Klinische Radiologie und vom Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster in der aktuellen Ausgabe des Journals "Radiology" (2010; 255(3): 738-45) veröffentlicht. Demnach sind Mikroverkalkungen bei Frauen in der Altersgruppe 50 bis 69 Jahre ein diagnostisch relevantes Zeichen in der mammografischen Befundung.

32  Prozent aller Brustkrebserkrankungen wurden durch Mikrokalk in der Screening-Mammografie diagnostiziert, bei 38 Prozent handelte es sich dabei um sogenannte invasive Brustkrebsformen. Diese wiesen einen signifikant geringeren Tumordurchmesser (Median 7 mm) auf als invasive Karzinome mit anderer radiologischer Charakteristik (Median 14 mm) oder invasive Karzinome mit Kombinationen radiologischer Zeichen (Median 17 mm). Therapeutisch scheinen die entdeckten kleinen Karzinome von gleicher Relevanz zu sein und ein nicht geringeres aggressives Potential aufzuweisen.

Die Autoren folgerten im internationalen Studienvergleich, dass das digitale Mammografie-Screening über das Potential verfügt, die Detektionsrate invasiver Brustkrebsfälle mit geringerem Tumordurchmesser zu erhöhen.

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