Ärzte Zeitung, 02.07.2010

Immer mehr Frauen überleben Brustkrebs

Überlebensrate beim Mammakarzinom ist in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen

HAMBURG (ugr). Die Prognose für Frauen mit Brustkrebs hat sich in den vergangenen 30 Jahren deutlich verbessert: Heute überleben 25 bis 50 Prozent mehr Frauen eine Brustkrebserkrankung als noch vor 15 Jahren.

Immer mehr Frauen überleben Brustkrebs

Das bundesweit eingeführte Mammografie-Screening ist ein Meilenstein in der Brustkrebs-Versorgung.

© Kooperationsgem. Mammografie

Vor 30 Jahren wurde die Deutsche Gesellschaft für Senologie in Hamburg gegründet - jetzt findetstatt

Strukturelle Meilensteine der vergangenen 30 Jahre seien die Implementierung des Mammografie-Screenings, die Einrichtung zertifizierter Brustzentren, die Dokumentation der Ergebnisqualität, Entwicklung und Aufbau regionaler Krebsregister sowie die Einbeziehung der Patientinnen in die Therapieentscheidung gewesen. Dies habe enorme Auswirkungen auf die Therapie gehabt. "Seitdem ist sowohl die Dauer der Therapie als auch die Belastung der Patientinnen deutlich gesunken", erklärte Schreer und verwies auf geringere Op-Traumata und kürzere Primärbehandlungszeiten.

"Heute überleben 25 bis 50 Prozent mehr Frauen eine Brustkrebserkrankung als noch vor 15 Jahren", sagte Professor Walter Jonat, 2. Vorsitzender der Senologie-Gesellschaft. Tumoren werden früher entdeckt, sind kleiner und Betroffene können mit weniger operativem Aufwand behandelt werden, und zielgerichtete Pharmakotherapien erlauben individualisierte Therapien mit großen Erfolgschancen. Brusterhaltende Therapien würden in mehr als 80 Prozent aller Fälle angestrebt, so Jonat.

Brigitte Overbeck-Schulte, Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs, beklagte hingegen, dass trotz aller Fortschritte Mängel offensichtlich seien: Patientinnen würden nicht umfassend über Therapieoptionen informiert, aktuelle Erkenntnisse nicht flächendeckend umgesetzt; die psychosoziale Betreuung sei nicht ausreichend und der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung mangelhaft.

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