Ärzte Zeitung online, 12.08.2010

Mastektomie bei nicht-invasivem Brustkrebs mitunter unvermeidlich

HAMBURG (ugr). Ein duktales Carcinoma in situ (DCIS) der Brust ist in aller Regel eine lokale Erkrankung, die zu 100 Prozent heilbar ist, wenn der Tumorherd entfernt und nachbestrahlt wird.

"Wir können in den meisten Fällen brusterhaltend operieren. Mitunter ist jedoch eine Mastektomie unvermeidlich", sagte Dr. Carolin Nestle-Krämling von der Düsseldorfer Universitätsklinik beim Senologie-Kongress in Hamburg. Bei bis zu 60 Prozent der Frauen führt ein DCIS unbehandelt innerhalb von 10 bis 20 Jahren zu einem invasiven Mammakarzinom. Welche Patientin daran erkrankt und welche nicht - das lässt sich bislang nicht prognostizieren. Deshalb sollten alle DCIS den Leitlinien entsprechend behandelt werden. Dies gelinge in aller Regel mit einer brusterhaltenden Operation; die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von fünf Millimeter gewährleistet zudem ein geringes Rezidivrisiko, wie Nestle-Krämling berichtete.

Problematisch sei es allerdings, wenn die Ausdehnung des Mikrokalks vier oder mehr Zentimeter erreiche oder wenn an mehreren Stellen Tumorherde auftreten. "Auch auf die Gefahr einer Übertherapie hin sollte in solchen Fällen eine Mastektomie vorgenommen werden", erklärte die Frauenärztin. Dies stünde im Einklang mit den aktuellen S3-Leitlinien, müsse aber in jedem Fall ausführlich mit den Patientinnen besprochen werden, die letztlich die Entscheidung über das weitere Vorgehen zu treffen habe.

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