Ärzte Zeitung online, 28.09.2010

Lebenspartner von Frauen mit Brustkrebs stark depressionsgefährdet

KOPENHAGEN (ple). Lebenspartner von Frauen mit Brustkrebs sind offenbar besonders gefährdet, an einer affektiven Störung wie schwere Depressionen zu erkranken. Deshalb fordern dänische Ärzte, sich mehr als bisher auch um die Partner der Krebskranken zu kümmern.

Lebenspartner von Frauen mit Brustkrebs stark depressionsgefährdet

Leidet die Partnerin an Brustkrebs, schlägt das auch dem Partner schnell aufs Gemüt.

© dundanim / fotolia.com

Den Zusammenhang hatten Wissenschaftler um Dr. Christoffer Johansen aus Kopenhagen bei der Analyse von Daten entdeckt, die bei fast 1,2 Millionen Männern in Dänemark erhoben worden waren. Die Männer waren mindestens 30 Jahre alt und waren zuvor nicht an einer affektiven Störung erkrankt.

Damit die Daten ausgewertet werden konnten, mussten die Männer mindestens seit fünf Jahren mit ihrer Partnerin zusammengelebt haben. Für die Analyse berücksichtigt wurde ein Zeitraum von ingesamt 13 Jahren, in denen die Partnerschaften nachbeobachtet wurden (Cancer online).

Der Studie zufolge erkrankten mehr als 20 000 Frauen in den Partnerschaften an Brustkrebs. 180 Lebenspartner mussten wegen einer affektiven Störung stationär behandelt werden. Nach Angaben der Wissenschaftler hatten Partner von Frauen mit Brustkrebs ein um fast 40 Prozent erhöhtes Risiko für eine stationäre Behandlung im Vergleich zu Männern, deren Partnerinnen nicht an Brustkrebs erkrankten.

Die Wahrscheinlichkeit für die Klinikeinweisung war um so höher, je schwerer die Partnerinnen erkrankt waren. Und: Männer, deren Frauen an den Folgen von Brustkrebs gestorben waren, hatten ein um das 3,6-fach erhöhtes Risiko, an einer schweren Depression zu erkranken als Männer, deren krebskranke Frauen überlebten.

Johansen und seine Kollegen plädieren dafür zu prüfen, ob Lebenspartner von Frauen mit Brustkrebs anfällig für affektive Störungen wie Depressionen sind. Generell sollten ihrer Ansicht nach in die Betreuung und Versorgung von Krebspatienten immer auch deren Partner einbezogen werden.

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