Ärzte Zeitung, 01.10.2010

Mammografie nützt auch Frauen unter 50

Das Mammografie-Screening senkt auch bei jüngeren Frauen zwischen 40 und 49 Jahren die Brustkrebs-Sterberate deutlich, hat jetzt eine große Studie ergeben.

Mammografie nützt auch Frauen unter 50

In Schweden wird inzwischen alle Frauen zwischen 40 und 74 Jahren empfohlen, am Mammografie-Screening teilzunehmen.

© Sven Bähren / fotolia.com

UMEå (ikr). Nicht nur Frauen über 50 Jahren profitieren vom Mammografie-Screening. Um dafür den Nachweis zu erbringen, haben schwedische Forscher anhand von Registerdaten die Brustkrebs-Sterberate bei Frauen zwischen 40 und 49 Jahren ermittelt, die zwischen 1986 und 2005 regelmäßig zur Mammografie eingeladen wurden, sowie bei einer Kontrollgruppe gleichen Alters aus Regionen des Landes, in denen nur Frauen über 50 Jahren zur Untersuchung geladen werden (Cancer online).

Das Ergebnis nach im Mittel 16 Jahren Nachbeobachtung: In der Mammografie-Gruppe wurden 803 Brustkrebs-Todesfälle pro 7,3 Millionen Frauen pro Jahr registriert. In der Kontroll-Gruppe waren es 1238 Todesfälle durch Mammakarzinome pro 8,8 Millionen Frauen pro Jahr. Das bedeutet nach den Berechnungen der Forscher eine Reduktion der Brustkrebs-Sterberate um 26 Prozent bei den Frauen, die zur Mammografie eingeladen worden waren und eine Reduktion um 29 Prozent bei den Frauen, die tatsächlich an den Untersuchungen teilgenommen hatten.

Mittlerweile empfiehlt das Swedisch National Board of Health and Welfare, dass alle Frauen zwischen 40 und 74 Jahren am Mammografie-Screening teilnehmen sollten. Auch in Deutschland ist das Mammografie-Screening inzwischen flächendeckend eingeführt. Allerdings dürfen nur Frauen zwischen 50 und 69 Jahren daran teilnehmen. Die EU-Richtlinien empfehlen das Mammografie-Screening nicht für Frauen von 40 bis 49 Jahren. Und auch die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) hat Ende vergangenen Jahres ihre Empfehlungen geändert und empfiehlt das Mammografie-Screening jetzt nicht mehr für diese Altersgruppe (Ann Intern Med 151, 2009, 716).

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Argumente für ein breiteres Screening

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