Ärzte Zeitung online, 02.10.2010

Neuer Ansatz zur Brustkrebs-Therapie und zur Vorbeugung

ERLANGEN (dpa). Forscher aus Erlangen haben einen neuen Ansatz für Therapie und Vorbeugung von Brustkrebs gefunden. Das internationale Team zeigte, wie einige Hormone das Wachstum von Brustkrebs fördern, teilte die Universität Erlangen-Nürnberg am Freitag mit.

Neuer Ansatz zur Brustkrebs-Therapie und zur Vorbeugung

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen in westlichen Industrienationen.

© forgiss / fotolia.com

Der Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Hormonpräparate und Brustkrebs ist seit langer Zeit bekannt. Der genaue Mechanismus aber, über den Hormone die unkontrollierte Zellvermehrung begünstigten, sei unklar gewesen, ergänzte die Universität.

Zellen der Brustdrüse besitzen Empfängermoleküle (Rezeptoren) für Östrogene und Progesterone. Die Wissenschaftler zeigten jetzt, dass Progesterone ein Signalprotein namens RANKL beeinflussen. Dieses ist für den Auf- und Abbau von Knochen von Bedeutung.

Unter dem Einfluss von Progesteron wird RANKL auch in der weiblichen Brust gebildet. Es fördert dort das Zellwachstum in der Brustdrüse und vermehrt zudem die Stammzellen, die für die Entwicklung von Brustkrebs verantwortlich sind. Dies begünstigt das Entstehen bösartiger Tumore. Bereits heute lässt sich das Protein RANKL hemmen.

"Durch die Erkenntnisse der Zusammenhänge von Progesteron und RANKL ergeben sich in Zukunft bessere Möglichkeiten für die Therapie von Patientinnen mit Brustkrebs, aber auch zur Vorbeugung einer Tumorentwicklung, da Veränderungen von RANKL der klinischen Manifestation der Erkrankung vorausgehen", erläuterten die Forscher. Die Resultate sind im Journal "Nature" online veröffentlicht.

Brustkrebs ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen - jede zehnte erkrankt im Laufe ihres Lebens daran.

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