Ärzte Zeitung online, 04.03.2011

Rauchen verursacht auch Brustkrebs

Langjährige Raucherinnen haben das höchste Risiko für Mamma-Ca

MORGANTOWN (hub). Nichtrauchen oder Rauchstopp ist auch ein Schutz vor Brustkrebs. Denn Raucherinnen haben häufiger invasive Mammatumoren als Frauen, die nicht rauchen.

Rauchen verursacht auch Brustkrebs

Auf der Straße des Lebens - ganz "cool" mit Zigarette? Aber die erhöht das Brustkrebsrisiko.

© olly / fotolia.com

Fast 80.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren nahmen an der prospektiven Kohortenstudie Women's Health Initiative teil. In einem Zeitraum von über zehn Jahren wurden 3520 Erkrankungen an invasivem Brustkrebs registriert. Verglichen mit Frauen, die nie geraucht hatten, war bei aktiven Raucherinnen eine 16 Prozent höhere Rate an Mamma-Ca zu verzeichnen.

Hatten die Frauen früher geraucht und das Laster dann aufgegeben, war ihre Brustkrebsrate noch 9 Prozent höher als bei jenen, die nie geraucht hatten, haben Juhua Luo von der Uni in West-Virginia und Kollegen ermittelt (BMJ online). Das erhöhte Risiko für Brustkrebs bestand nach den Studiendaten noch bis zu 20 Jahre nach dem Rauchstopp.

Die höchste Brustkrebsrate fand sich demnach bei Frauen, die 50 Jahre oder länger rauchten. Im Vergleich zu Nichtraucherinnen war ihr Brustkrebsrisiko 35 Prozent höher.

Wurden diese Raucherinnen nur mit jenen Frauen verglichen, die auch keinem Passivrauch ausgesetzt waren, lag die Brustkrebsrate sogar 45 Prozent höher. Auch Passivrauchen hat somit einen Einfluss auf die Brustkrebsrate.

Frauen, die in ihrer Kindheit mehr als zehn Jahre passiv rauchen mussten oder als Erwachsene 20 Jahre zuhause oder zehn Jahre im Betrieb, hatten eine 32 Prozent höhere Brustkrebsrate als Frauen, die nie passiv rauchen mussten.

Diese Daten seien auch biologisch plausibel, so die Forscher in der Diskussion. Denn die Epithelzellen der Brust sind nicht vollständig ausdifferenziert, solange nicht eine vollständige Schwangerschaft durchgemacht wird.

Daher sei die Periode zwischen dem Beginn der Pubertät und einer Schwangerschaft jene, in der ein besonders hohes Risiko für die Initiierung von Brustkrebszellen bestehe. Auch in der Studie sei herausgekommen, dass ein Rauchstart im Teenageralter das Brustkrebsrisiko erhöht.

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