Ärzte Zeitung, 30.03.2011

Kommentar

Gute Prognose: Die Compliance macht's

Von Ingrid Kreutz

Frauen, bei denen Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert wird, haben eine deutlich bessere Prognose als Patientinnen mit fortgeschrittener Krankheit. Aber selbst, wenn die Früherkennung gelingt, sind noch Hürden zu überwinden: Lokal- und besonders Fernrezidive. Durch eine adjuvante Chemo- oder Hormontherapie lässt sich das Rezidivrisiko deutlich senken.

Das gelingt aber nur, wenn die Therapieempfehlungen etwa auch in puncto Behandlungsdauer strikt eingehalten werden, wie jetzt in einer aktuellen Studie zu Tamoxifen nachgewiesen wurde.

Patientinnen mit adjuvanter Therapie sollten also möglichst bei der Stange gehalten werden, auch wenn sie, vor allem wegen unerwünschter Wirkungen, zum vorzeitigen Absetzen des Medikaments neigen. Gegen viele Beschwerden durch Krebsmedikamente, etwa Hitzewallungen unter Tamoxifen oder Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmern, lässt sich erfolgreich gegensteuern.

Das muss den Patientinnen aber rechtzeitig vermittelt werden, das heißt bevor sie das Mittel aus Unwissenheit selbstständig absetzen. Außerdem dürfte es sich für die Therapietreue auszahlen, wenn Patientinnen vor Beginn der Therapie ausführlich über deren Sinn informiert werden.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Nach fünf Jahren Tamoxifen viel weniger Rezidive als nach zwei Jahren

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »