Ärzte Zeitung online, 04.04.2011

Taugt Muttermilch zum Screening auf Brustkrebs?

ORLANDO (hub). Von der Möglichkeit eines einfachen Tests auf das individuelle Brustkrebsrisiko berichten Forscher beim amerikanischen Krebskongress. Für diesen Test verwendeten sie Epithelzellen, die sie aus der Muttermilch von 250 Frauen isoliert haben.

Taugt Muttermilch zum Screening auf Brustkrebs?

Muttermilch: Gut für Babys - und vielleicht auch gut fürs Screening auf Brustkrebsrisiko.

© dron / fotolia.com

Forscher untersuchten Epithelzellen aus der Muttermilch von Frauen mit Verdacht auf Brustkrebs. Dabei prüften sie das Methylierungsmuster bestimmter Gene. Methylierung ist einer der epigenetischen Schalter einer Zelle. Damit wird ein Gen aktiviert oder stumm geschaltet.

Das Methylierungsmuster verglichen die Forscher mit jenen der Zellen aus den Mamma-Biopsaten der Frauen. Dabei wurden Muttermilchproben sowohl aus der punktierten als auch aus der nicht punktierten Brust genommen.

Bei den 104 Frauen mit nicht-proliferierenden Läsionen gab es keine Differenzen im Methylierungsmuster der Epithelzellen aus dem Biopsat und jenen aus der Milch. Anders bei den Frauen mit diagnostiziertem Brustkrebs: Hier gab es deutliche Unterschiede im Methylierungsmuster beider Zellen. Das teilt die Amerikanische Vereinigung für Krebsforschung mit.

Die Forscher hoffen nun, dass in Zukunft die Untersuchung einer Kolostrumprobe als Test auf das individuelle Risiko für Mamma-Ca dienen könnte. Das Verfahren wäre auch als Screeningmethode geeignet, da in den USA 80 Prozent der Frauen mindestens ein Kind gebären.

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