Ärzte Zeitung, 10.02.2014

Aromatasehemmer

Körperliche Aktivität gegen Gelenkschmerz

Durch Sport können die Gelenkbeschwerden als häufige und belastende Nebenwirkung von Aromatasehemmern deutlich gemindert werden.

SAN ANTONIO. Aromatasehemmer sind heute in der adjuvanten Therapie von Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem frühen Brustkrebs Standard. Allerdings sind die Abbruchraten innerhalb des ersten Therapiejahres mit 20 Prozent hoch.

Auch gibt es Berichte, dass bis zu 40 Prozent der Patientinnen den verordneten Aromatasehemmer nicht täglich einnehmen, berichtete Professor Melinda Irwin, Yale Cancer Center, New Haven, CT/USA, beim Breast Cancer Symposium 2013 in San Antonio. Häufigster Grund für die schlechte Compliance seien die Aromatasehemmer-typischen Arthralgien.

In der HOPE-Studie wurde der Effekt eines Sportprogrammes auf die Schwere der Gelenkbeschwerden untersucht. (Irwin MI et al. SABCS 2013; Abstr. S3-03).

Für die Studie wurden 121 im Mittel 60 Jahre alte Patientinnen mit HR-positivem Brustkrebs rekrutiert, die bereits seit 1,5 Jahren mit einem Aromatasehemmer behandelt wurden und an zumindest leichten Arthralgien litten. Sie wurden randomisiert einem Studienarm mit einem einjährigen Sportprogramm (n=61) oder einem Arm mit üblicher Betreuung (n=60) zugeteilt.

Initial waren die Intensität der mittels Brief Pain Inventory erfassten Schmerzen und die Auswirkungen der Beschwerden auf das Alltagsleben bei den Teilnehmerinnen beider Gruppen vergleichbar.

Innerhalb von zwölf Monaten aber liefen die Schmerz-Scores deutlich auseinander: So hatte die Schmerzintensität bei den sportlich aktiven Frauen um etwa 1,25 Punkte abgenommen, war dagegen in der Kontrollgruppe leicht angestiegen.

Ähnlich fielen die Veränderungen beim stärksten Schmerz und bei den Schmerzauswirkungen aus. Die Unterschiede zwischen beiden Armen waren mit p-Werten < 0,5 signifikant. Insgesamt besserten sich die Arthralgien durch den Sport um rund 30 Prozent. (arn)

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