Ärzte Zeitung, 11.12.2007

Neue Arznei gegen Nierenzell-Karzinom

Temsirolimus punktet im Vergleich mit dem Standard Interferon-alfa

MÜNCHEN (sto). Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzell-Ca können länger leben. Die Therapie mit Temsirolimus bringt einen Überlebensvorteil im Vergleich zum Standard Interferon-alfa.

In der Zulassungsstudie wurden 626 Patienten - zuvor nicht systemisch behandelt und mit schlechter Prognose - in drei Gruppen eingeteilt: Eine erhielt einmal wöchentlich i.v. 25 mg Temsirolimus (Torisel®), eine Gruppe eine Monotherapie mit Interferon-alfa und eine die Kombitherapie mit beiden Substanzen. Die Gesamtüberlebenszeit betrug im Median mit Temsirolimus 10,9 Monate, mit Interferon-alfa 7,3 Monate und mit der Kombitherapie beider Substanzen 8,4 Monate, wie Professor Thomas Otto von den Städtischen Kliniken Neuss berichtet hat.

Zweiter Endpunkt der Studie war die Zeit bis zur Progression der Erkrankung. Mit Temsirolimus-Monotherapie betrug sie 5,5 Monate, mit Interferon-Therapie 3,1 Monate und mit Kombitherapie 4,7 Monate, so Otto bei einer Veranstaltung von Wyeth in München.

Temsirolimus hemmt den Enzymkomplex mTOR (mammalian target of rapamycin complex 1 kinase). Der Enzymkomplex ist Teil jener Signalkaskade, die den normalen Zellzyklus und die Zellvermehrung steuert. In Tumorzellen ist der Enzymkomplex übermäßig aktiv.

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