Ärzte Zeitung, 20.03.2008

Sunitinib bewährt sich als Ersttherapie bei Nierenkrebs

Ansprechrate erhöht sich mit der Therapiedauer

BERLIN (grue). Mit Sunitinib erhöht sich die Ansprechrate bei Patienten mit Nierenzell-Karzinom mit Verlängerung der Therapiedauer. Das haben aktualisierte Auswertungen einer Studie mit dem Angiogenese-Hemmer ergeben. Außerdem gab es bei sieben Patienten Komplettremissionen.

Die neu vorgelegte Datenanalyse stammt aus der zulassungsrelevanten internationalen Phase-III-Studie für Sunitinib. An dieser Untersuchung hatten insgesamt 750 Patienten mit einem klarzelligen Nierenzell-Karzinom teilgenommen. Die Patienten waren zuvor noch nicht wegen des Tumors behandelt worden. Die Randomisierung erfolgte zu gleichen Teilen auf Sunitinib 50 mg täglich oral (vier Wochen Therapie, zwei Wochen Pause) oder 9 Millionen Einheiten Interferon-alfa dreimal pro Woche subkutan. Beide Therapien wurden bis zum erneuten Fortschreiten der Erkrankung verabreicht.

Die neuen Studienergebnisse unterstreichen die Effektivität von Sunitinib in der Erstlinien-Therapie bei Nierenkrebs, wie Professor Kurt Miller von der Charité Berlin beim Deutschen Krebskongress in Berlin sagte.

Eine frühere Interimsanalyse der Studie hatte bereits im Januar 2007 zur EU-Zulassung von Sunitinib für die Erstlinien-Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkrebs geführt.

In der Sunitinib-Gruppe lebten die Patienten ohne Fortschreiten der Erkrankung im Mittel noch 11,2 Monate, Patienten aus der Interferon-Gruppe hingegen nur noch 5,1 Monate. Auch bei Patienten mit ungünstiger Risikokonstellation fiel der Therapievergleich zugunsten des Angiogenese-Hemmers aus.

Die von den Studienärzten beurteilte objektive Ansprechrate (partielle plus komplette Remissionen) betrug für Sunitinib bei einer mittleren Therapiedauer von nunmehr elf Monaten 47 Prozent. Bei einer früheren Zwischenanalyse nach sechs Monaten waren es 37 Prozent. Für Interferon betrug die Ansprechrate zwölf Prozent nach im Mittel vier Monaten, das entsprach im Wesentlichen dem Ergebnis der ersten Analyse.

"Nur für Sunitinib gilt demnach: Je länger die Therapie, desto höher die Ansprechrate", so die Schlussfolgerung des Berliner Kollegen bei der Veranstaltung des Unternehmens Pfizer.

Hoffnungsvoll stimme, dass sieben Patienten durch die Behandlung mit Sunitinib eine komplette Remission hatten, dagegen nur vier Patienten in der Vergleichsgruppe. "Dies zeigt, dass Patienten mit dem Tyrosinkinase-Hemmer die Chance auf eine komplette Remission und damit auf eine potenzielle Heilung bekommen", sagte der Urologe.

Mehr Informationen zur Therapie bei Nierenkrebs gibt es im Internet unter www.aerztezeitung.de; zur Suche den Begriff "Nierenkrebs" oder "Nierenzellkarzinom" eingeben.

Mittel bietet die Chance auf komplette Remission.

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