Ärzte Zeitung online, 19.03.2009

Forscher entwickeln extra dünne Fasern zur Endoskopie der Speiseröhre

JENA (eb). Moderne Lichtleitfasern sind nicht nur wichtige Komponenten für die Telekommunikation, sondern finden auch zunehmend in der minimal-invasiven Medizin Anwendung. Am Institut für Photonische Technologien Jena (IPHT) entwickeln Wissenschaftler Methoden für die Herstellung besonders dünner optischer Fasern mit effizienten Lichtleiteigenschaften. Diese sollen unter anderem in einem Endoskop zur Vorsorgeuntersuchung von Speiseröhrenkrebs zum Einsatz kommen.

Im laufenden Forschungsprojekt suchen die Wissenschaftler des IPHT zusammen mit Kollegen des Lehrstuhls für Mikrosystemtechnik der Technischen Universität Chemnitz nach Möglichkeiten, Fasern mit einer hohen Auflösung herzustellen. Diese sollen in einem Drucksensorkatheter für die endoskopische Untersuchung der Speiseröhrenbewegungen (Peristaltik) Anwendung finden. Störungen der Peristaltik sind in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, seitdem bekannt ist, dass sie ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs sind.

Bei den Untersuchungen spielt besonders die Dicke der Glasfasern eine Rolle, da dünnere Fasern den mechanischen Druck von außen effizienter in eine Längsdehnung der Faser-Bragg-Gitter umwandeln. Ein weiterer Vorteil der neu entwickelten Fasern ist die relativ hohe Anzahl von Sensoren, die auf eine bestimmte Länge geschrieben werden können. So ist eine höher aufgelöste und schnellere Aufnahme der Schluckvorgänge möglich. Das unangenehme langsame Herausziehen während der Untersuchung, wie es heute noch üblich ist, entfällt.

Weitere Informationen:

www.ipht-jena.de

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