Ärzte Zeitung, 22.09.2014

22. bis 26. September

Aktionswoche zu Kopf-Hals-Tumoren

Vom 22. bis zum 26. September 2014 findet die erste bundesweite Aktionswoche zu Kopf-Hals-Tumoren statt.

KASSEL. Die europäische "head and neck awareness week" soll für Krebs im Kopf-Halsbereich sensibilisieren. In den letzten zehn Jahren sei international die Anzahl von Kopf-Hals-Tumoren deutlich gestiegen, besonders bei Frauen.

Anfällig ist die Schleimhaut von Mundhöhle, Zunge, Rachen und Kehlkopf, teilt das auf Kopf-Hals-Tumoren spezialisierte Rote Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel mit. Nach Schätzungen erkranken in Deutschland jährlich etwa 50 von 100.000 Einwohnern daran.

Risikofaktoren für Mundhöhlen-, Kiefer- oder Rachenkrebs seien Rauchen und Alkohol. Auch Viren, etwa das Humane Papilloma-Virus 16, könnten Auslöser sein, erläutert Dr. Mathias Kleiß, Chefarzt am RKH, in der Mitteilung.

Wichtig sei, bei Beschwerden, etwa beim Schlucken oder Kauen, die länger als zwei Wochen dauern, zum Zahnarzt zu gehen. Das gelte auch bei Veränderungen im Mund oder am Zahnfleisch.

Op bietet gute Aussicht auf Heilung

In der Behandlung von Krebserkrankungen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich biete eine Operation die beste Aussicht auf Heilung, wird Professor Hendrik Terheyden, ebenfalls Chefarzt am RKH, zitiert.

Eingriffe in der Mundhöhle und an der Zunge erforderten viel Erfahrung und ästhetisches Geschick, damit keine Tumorzellen und sichtbaren Narben zurückbleiben.

Bei komplizierten Operationen an Kopf oder Hals könnten durch Lappenplastiken mit mikrochirurgischem Blutgefäßanschluss auch große Gewebedefekte so ersetzt werden, dass kaum funktionelle Ausfälle, etwa beim Schlucken, Kauen oder Sprechen zurückbleiben. Bei bösartigen Tumoren an schwierigen Stellen, etwa auf der Nase, gehe es um jeden Millimeter.

Je nach Krankheit werde ein Sicherheitsabstand von 3 mm zu allen Seiten eingehalten, bei sehr gefährlichen Krebstypen sogar 2 cm.

Durch Lappenplastiken mit Verschiebung des Gewebes könnten oft selbst bei großen Defekten das Gesicht oder die Lippen fast ohne Narben wiederhergestellt werden.

Eine Bestrahlung, eventuell kombiniert mit Chemotherapie, komme zum Einsatz, wenn eine Op nicht möglich ist oder die Geschwulst nicht komplett entfernt werden kann, so Kleiß.

Auch bei großen Tumoren oder Lymphknotenmetastasen werde zur Sicherheit eine ergänzende Strahlen-Chemo-Therapie empfohlen. (eb)

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der European Head and Neck Society EHNS: www.kopf-hals-krebs.de

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