Ärzte Zeitung, 12.07.2004

KOMMENTAR

Ein klares Signal zum Weitermachen

Von Thomas Meißner

Zwei bis drei Monate medianer Lebenszeitgewinn von Krebspatienten mögen auf den ersten Blick kein berauschendes Ergebnis sein. Doch ist eine weitere Tür aufgestoßen worden auf dem Weg hin zu einer verbesserten Behandlung von Männern mit metastasiertem Prostatakarzinom.

Erstmals ist es in zwei großen Studien gelungen, die Überlebenszeit dieser Patienten mit Hilfe einer Chemotherapie signifikant zu verlängern. Bislang war das nicht möglich. Die durchschnittliche Überlebenszeit dieser schwerkranken Männer im Stadium der Hormon-Insensitivität des Tumors bemaß sich nur noch in Monaten - ein Grund dafür, daß zumindest in Europa Zytostatika bei diesen Patienten eher zurückhaltend eingesetzt werden.

Das wird sich nun wohl ändern. In den USA ist die Kombination aus Docetaxel und Prednison bereits für die First-line-Therapie zugelassen. Europa wird mit großer Sicherheit folgen. Für betroffene Männer bedeutet der Forschungserfolg eine weitere Chance. Für Onkologen ist er ein klares Signal, auf diesem Weg weiter zu machen.

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