Ärzte Zeitung, 21.03.2007

IQWiG-Bericht zu Brachytherapie bei Prostata-Krebs

KÖLN (eb). Derzeit ist eine Bewertung der Brachytherapie für diese Indikation weder bezüglich eines möglichen (Zusatz-) Nutzens noch bezüglich einer Gleichwertigkeit im Vergleich zur Op oder perkutanen Bestrahlung möglich. Das teilt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht zur Brachytherapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit.

Das IQWiG zog zur Nutzenbewertung elf Studien mit fast 11 000 Patienten heran, in denen die permanente interstitielle Low-Dose-Brachytherapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom als Monotherapie mit der radikalen Prostatektomie oder der perkutanen Strahlentherapie verglichen worden war.

Beurteilt werden sollten Therapieziele wie Gesamtüberleben, krankheitsfreies Überleben, krankheitsbedingte Beschwerden, krankheitsspezifische wie auch gesundheitsbezogene Lebensqualität, unerwünschte Therapie-Effekte und -komplikationen und Krankenhausaufenthalte.

Zwei Kritikpunkte des IQWiG: Die Brachytherapie-Techniken unterschieden sich von Studie zu Studie. Das hat zum Teil mit der Weiterentwicklung der Technik zu tun, wie das Institut anmerkte. So wurden verschiedene Isotope mit unterschiedlichen Aktivitäten verwendet. Und: In keiner der elf Studien wurde explizit das Gesamtüberleben oder die krankheitsspezifische Sterblichkeit untersucht. Abschlussberichte des IQWiG haben für die Therapie-Entscheidungen von Vertragsärzten keine aktuellen Konsequenzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »