Ärzte Zeitung, 23.10.2007

Patienten mit Prostata-Ca haben ein erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen

Im Mittel liegen zwischen der Krebs-Diagnose und einem Bruch drei Jahre

KOPENHAGEN (hub). Drei Prozent aller Hüftfrakturen bei Männern über 50 Jahren sind auf Prostata-Krebs zurückzuführen. Das hat eine dänische Studie ergeben. Und: Männer zwischen 50 und 65 Jahren haben nach dem Prostata-Krebs eine mehr als achtfach höhere Hüftfraktur-Rate als gesunde Männer.

Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler aus Dänemark in einer Fall-Kontroll-Studie (BJU Int 100, 2007, 749). Sie verglichen (wie kurz berichtet) die Daten von über 15 000 Männern, die wegen einer Fraktur in ein Krankenhaus gekommen waren, mit denen von fast 50 000 Kontrollpersonen ohne Fraktur. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • In der Gruppe der Patienten mit Brüchen hatten 2,5 Prozent die vorangegangene Diagnose Prostata-Krebs. Bei den Kontrollpersonen hatten nur 1,3 Prozent ein Prostata-Karzinom.
  • Für Männer mit Prostata-Krebs ergibt sich ein 1,8-fach höheres Risiko für Brüche insgesamt. Das Risiko für Hüftfrakturen ist auf das 3,7-fache erhöht.
  • Die Rate an Wirbelfrakturen war nicht verschieden.
  • Drei Jahre lagen im Mittel zwischen der Krebs-Diagnose und einem Bruch. 75 Prozent der Frakturen ereigneten sich innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose.

Als Ursache für die erhöhte Frakturrate sehen die Forscher die Androgenentzugs-Therapie und die Orchiektomie bei Männern mit Prostata-Krebs. Das verursache eine Osteoporose, die bekanntlich Frakturen begünstigt. Von Prostata-Krebs betroffenen Männern machen die dänischen Kollegen aber auch Hoffnung: Denn der Therapie-bedingte Verlust an Knochenmasse könne gebremst werden. Eine Reihe von Arzneimittel sei verfügbar, darunter auch Bisphosphonate.

Ursache für erhöhte Frakturrate könnten Orchiektomie und Androgenentzugs-Therapie sein.

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