Ärzte Zeitung online, 30.05.2008

Prostatakrebs: Neue Diagnostik bietet Patienten mehr Sicherheit

Hamburg (eb). Patienten mit Verdacht auf Prostatakrebs bietet die Martini-Klinik am Universitäts-Krankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE) jetzt ein besonderes Diagnoseverfahren an. Mit der ultraschallbasierten Echtzeit-Elastografie können Tumorareale identifiziert und gezielt Gewebeproben zur Abklärung eines Prostatakarzinoms entnommen werden.

 Prostatakrebs: Neue Diagnostik bietet Patienten mehr Sicherheit

Dr. Georg Salomon vom UKE erläutert einem Patienten bei der Elastografie, was man sehen kann.

Foto: Martini-Klinik, UKE, HH

Dieses innovative bildgebende Verfahren schließt eine Diagnose-Lücke. Denn bislang stellten Patienten mit einem hohen PSA-Wert, aber gleichzeitig negativen Ergebnissen nach Biopsie ein großes Problem dar. Eine Hochrisikokonstellation, die betroffene Patienten meist verunsicherte und eine genaue Diagnose und Therapie-Empfehlungen für den behandelnden Urologen schwierig machte. Denn mit dem üblichen Ultraschallverfahren konnten lokale Verhärtungen und Gewebeveränderungen nicht immer ausreichend dargestellt werden.

 Prostatakrebs: Neue Diagnostik bietet Patienten mehr Sicherheit

“: Dr. Georg Salomon vom UKE zeigt auf ein auffälliges Areal.

Foto: Martini-Klinik, UKE, HH

Mit dem Elastografen bietet die Martini-Klinik, das bundesweit einzige Spezialzentrum für Prostatakrebs, jetzt eine innovative bildgebende Technik an. Die Besonderheit: Diese Methode differenziert aufgrund der unterschiedlichen Gewebehärte Tumorgewebe von Normalgewebe. Ein spezieller Schallkopf an einem konventionellen Ultraschallgerät wertet Gewebeverhärtungen aus und rekonstruiert aussagekräftige Dehnungsbilder. Diese erscheinen auf dem Monitor des Gerätes - und werden dem Patienten gleichzeitig in Vierfarboptik auf einem großen Bildschirm präsentiert. Elastografisch auffällige Areale werden im Ultraschallbild markiert. Der Hersteller Hitachi hat für dieses neue Diagnoseverfahren die Martini-Klinik als Referenzcenter ausgewählt.

"Die Elastografie kann Tumorherde in der Prostata mit hoher Genauigkeit darstellen. Das ist hilfreich für eine gezielte Probeentnahme bei Patienten mit vorangegangenen negativen Biopsieresultaten und einem gleichzeitig hohen PSA-Wert", so Dr. Georg Salomon. Der erfahrene Urologe an der Urologie des UKE und an der Martini-Klinik hat eine spezielle Schulung absolviert und leitet die Untersuchungen am Elastographen.

Eine erste Studie an der Martini-Klinik zeigt den Erfolg dieser Methode auf: Zwischen Juli und Oktober 2007 wurden 109 Patienten mit untersucht. Salomon: "Es zeigte sich eine Sensitivität und Spezifität für die Vorhersage von Prostatakarzinomherden in der Prostata von 76 Prozent. Diese neue Technik ist eine wertvolle Erweiterung unseres diagnostischen Spektrums."

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