Ärzte Zeitung online, 27.01.2009

Noch bessere Rundum-Betrahlung gegen Prostatakrebs an der Uni Mannheim

MANNHEIM (eb). Mit einer neuen Bestrahlungstechnik will das Universitätsklinikum Mannheim Krebserkrankungen zukünftig noch besser behandeln. Als eine von zehn Einrichtungen weltweit besitzt das Krankenhaus seit Dezember eine Weiterentwicklung der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT).

Mit der "Volumetric Modulated ARC Therapy" (VMAT) können die Mediziner Tumorgewebe aus 360 Grad bestrahlen. Der Strahlerkopf des Linearbeschleunigers dreht sich dabei permanent um den Patienten, so dass die Strahlen den Tumor punktgenau erreichen.

"Die neue Technik ermöglicht nun eine ununterbrochene Bestrahlung", erklärt Professor Frederik Wenz, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Aus jedem Einfallswinkel erreichen die Strahlen gebündelt und zielgenau das erkrankte Gewebe. Auf diese Weise könne man Tumore falls nötig mit noch höheren Dosen bekämpfen. Durch die hohe Präzision des Verfahrens werde umliegendes gesundes Gewebe aber geschont, so Wenz.

In vielen Fällen könne die VMAT sogar die Behandlungszeit deutlich verringern, da der gesamte Tumor ununterbrochen bestrahlt wird. Eine herkömmliche IMRT dauert zwischen 10 und 15 Minuten, eine VMAT-Bestrahlung dagegen nur etwa drei bis fünf Minuten. Für die Patienten sei dies ein wesentlicher Fortschritt, erklärt der leitende Oberarzt Professor Frank Lohr.

Die neue Technik wird in Mannheim derzeit für die Behandlung bei Prostatakarzinomen angewandt. Im Laufe des Jahres soll sie auf andere Erkrankungen ausgedehnt werden, vor allem auf Erkrankungen des Kopf-Hals-Bereiches.

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