Ärzte Zeitung online, 20.02.2009

Neuer Prostata-Ca-Marker: Urologen dämpfen Erwartungen

HAMBURG (nös). Die deutschen Urologen warnen vor zu hohen Erwartungen gegenüber dem neuen Krebsmarker Sarkosin. Er habe zwar ein hohes Potenzial, doch für die Routinediagnostik sei es noch zu früh, teilte die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) in Hamburg mit.

US-amerikanische Forscher hatten vor einer Woche die Entdeckung des Biomarkers Sarkosin veröffentlicht (wir berichteten). Sie entdeckten den Marker im Urin von Prostatakrebs-Patienten. Außerdem stellten sie fest, dass sich das Tumorwachstum verlangsamte, wenn Sarkosin gehemmt wurde. Umgekehrt regte Sarkosin in hohen Dosen die Metastasierung von gutartigen Prostatazellen an. Die Hoffnung der Forscher: Sarkosin könnte bald als besserer Indikator den PSA-Test ablösen.

Vor einer allzu großen Euphorie warnt nun die DGU. Gerade die geringen Fallzahl sei nicht aussagekräftig genug. "Es handelt sich zweifellos um ein aufstrebendes Forschungsgebiet, das auch zukünftig noch weitere interessante Ergebnisse aufwerfen wird", sagt Professor Bernd Wullich, Leiter des Ressorts Forschung der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Für den Einsatz in der Routinediagnostik des Prostatakarzinoms sei es aber sicher noch zu früh. Der Biomarker Sarkosin habe ein hohes wissenschaftliches Zukunftspotenzial. Allerding sehe es eher so aus, als würde er die Patientenbehandlung allenfalls limitiert beeinflussen.

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