Ärzte Zeitung online, 17.09.2009

PSA-Wert schon bei Männern Mitte 40 bestimmen

DRESDEN (dpa). Männer sollten schon mit Mitte 40 erstmals zur Früherkennung von Prostatakrebs gehen. Auf Grundlage des dabei gemessenen sogenannten PSA-Wertes (prostataspezifisches Antigen) könne dann eine differenzierte Strategie geplant werden, heißt es in der beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) vorgestellten neuen Leitlinie zum Prostatakarzinom.

"Liegt der PSA-Wert unter 2 ng/ml, sollte in einem Intervall von zwei Jahren kontrolliert werden", so die Empfehlung. Mit der Leitlinie bekommt der PSA-Wert nach den Worten von DGU-Generalsekretär Michael Stöckle einen höheren Stellenwert. "Mutmaßlich nicht lebensbedrohende Karzinome sollten dann aktiv überwacht werden." Mit der nun früheren PSA-Bestimmung könnten zehn Jahre gewonnen werden, in denen der Verlauf beobachtet werden könne. "Damit lassen sich unnötige Biopsien und Therapien vermeiden", heißt es.

Die in vier Jahren entstandene Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik und Behandlung des Prostatakarzinoms ersetzt den Angaben nach die zehn Jahre alte Vorgängerin. Mit der neuen Leitlinie werde ein differenzierter Umgang mit der Tumordiagnose angestrebt, sagte Stöckle. "Nicht bei jedem kleinsten Karzinom muss gleich die Prostata geopfert werden."

Zu dem Urologen-Kongress in Dresden von Mittwoch bis Samstag sind nach Angaben von DGU-Präsident Professor Manfred Wirth gut 6000 Wissenschaftler und Ärzte aus aller Welt angereist.

Weitere Informationen zum Kongress unter www.dgu-kongress.de

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"Active surveillance" - eine neue Option bei lokalisiertem Tumor?

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