Ärzte Zeitung online, 19.02.2010

Neuer Tumormarker für Prostatakrebs gefunden

UMEA (mn). Anhand der Tumormarker, die heute bei Prostatakrebs bestimmt werden, lässt sich bei 70-80 Prozent der Patienten keine Aussage zur Prognose treffen. Schwedische Forscher haben nun einen neuen Tumormarker für Prostatakrebs gefunden, mit dem sich die Malignität des Tumors einschätzen lässt.

Die Wissenschaftler von der Universität Umeå haben festgestellt, dass die aktive (phosphorylierte) Form des Proteins EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor) Rückschlüsse auf die Aggressivität des Tumors zulässt, wenn sie im Tumor selbst oder im gesunden umgebenden Gewebe gemessen wird. EGFR gehört zur gleichen Familie wie HER2 (human epidermal growth factor receptor 2), der in manchen Mammakarzinomen überexprimiert wird. Für ihre Studie untersuchten die Forscher um Dr. Peter Hammersten Gewebeproben von 259 Prostatatumoren(Clinical Cancer Research 2010, online vorab).

Die Forscher hoffen, dass künftig die Bestimmung des aktiven EGFR dazu dienen kann, Patienten mit einer schlechten Prognose zu identifizieren, damit diese mit EGFR-Inhibitoren behandelt werden können.

Bisher konnte nicht genau bestimmt werden, welcher Patient eine Behandlung benötigt und welcher nicht. Infolge dessen erhielten einige Patienten eine Behandlung, die sie nicht gebraucht hätten. Andere dagegen wurden zu spät oder überhaupt nicht behandelt.

Zum Abstract der Originalpublikation "Low Levels of Phosphorylated Epidermal Growth Factor Receptor in Nonmalignant and Malignant Prostate Tissue Predict Favorable Outcome in Prostate Cancer Patients"

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