Ärzte Zeitung online, 25.03.2009

Rostocker Kinderärzte arbeiten an Impfstoff gegen Hirntumor

Rostock (eb). Die Kinderärzte des Uniklinikums Rostock sind an einem internationalen Netzwerk zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen eine besonders gefährliche Art von Hirntumoren beteiligt: das Glioblastom.

Ziel ist es, einen Wirkstoff zu entwickeln, der das körpereigene Immunsystem aktiviert und es befähigt, den Hirntumor eigenständig zu bekämpfen. Ende März treffen sich Wissenschaftler aus ganz Deutschland auf dem 3. Rostocker Symposion für Tumorimmunologie im Kindesalter, um aktuelle Tendenzen und Methoden der Tumorimmunologie zu diskutieren. Zu den Themen gehört auch die Therapie des Glioblastoms.

Bislang ist das Glioblastom nur schwer behandelbar: Es bildet schon sehr früh feine Ausläufer im Gehirn aus, sodass sich diese Tumoren bei einer Operation oft nicht restlos entfernen lassen. Durch Bestrahlung und Chemotherapie lassen sie sich meist nur für eine begrenzte Zeit zurückdrängen.

"Die Erkrankung tritt bei Kindern zwar selten auf, allerdings liegen die Heilungschancen nur bei etwa 15 Prozent", sagt Privatdozent Carl Friedrich Classen, Oberarzt der Kinderonkologie am Uniklinikum Rostock.

Zwar gebe es bereits Möglichkeiten der Impfung gegen den gefährlichen Hirntumor, doch seien die Erfolge noch lange nicht befriedigend, so Classen weiter. Aus diesem Grunde werde in einem internationalen Verbund weiter geforscht. Dafür werden in einem aufwendigen Verfahren Tumorzellen von den Betroffenen zunächst eingefroren, um dann zusammen mit Immunzellen aus dem Blut der Patienten gezielt gegen verbliebene Tumorzellen aktiv zu werden. Die Forschungsarbeit zielt auf die Einführung dieses Verfahrens zur Behandlung des Tumors ab.

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