Ärzte Zeitung, 08.09.2004

H.-pylori-Therapie möglichst ohne Metronidazol!

Bei mißglückter Eradikationstherapie sollte Resistenzlage geprüft werden / Resistenzen vor allem gegen Metronidazol

LEIPZIG (grue). Durch eine Dreifachtherapie mit einem Protonenpumpenhemmer plus den Antibiotika Clarithromycin und Amoxicillin wird Helicobacter pylori zuverlässig aus dem Magen entfernt. Auf Metronidazol kann und sollte bei der Eradikationstherapie weitgehend verzichtet werden, um Resistenzen zu vermeiden.

Der Keim Helicobacter pylori. Etwa 15 Prozent der Stämme des Magenkeims sind heute gegen Metronidazol resistent. Foto: Abbott/Altana

Ein bewährtes Schema zur Eradikationstherapie ist zum Beispiel die Kombination aus Pantoprazol, Amoxicillin und Clarithromycin, die auch - jeweils mit der Medikation für einen Therapietag in einem Blister - als ZacPac® angeboten wird. Wie Professor Peter Malfertheiner aus Magdeburg bei einer Veranstaltung der Unternehmen Altana und Abbott bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten in Leipzig gesagt hat, werden mit der über sieben Tagen angewandten Dreifachtherapie hohe Eradikationsraten erzielt.

Enthält das Therapieschema allerdings Metronidazol statt Amoxicillin - was entsprechend aktueller Therapieempfehlungen prinzipiell möglich ist - müsse mit Resistenzproblemen gerechnet werden. Denn gegen Metronidazol sind etwa 15 Prozent der H. pylori-Stämme resistent, gegen Clarithromycin sind es weniger als zehn Prozent. Mit Metronidazol behandelte Patienten können auch Doppelresistenzen entwickeln.

Das nationale Referenzzentrum für Helicobacter pylori in Freiburg empfiehlt, nach einer erfolglosen Ersttherapie stets die Resistenzlage zu bestimmen und dann gezielt weiter zu behandeln. Alternativ ist eine empirische Sekundärtherapie möglich, und zwar mit Protonenpumpenhemmer, Wismutsalz, Metronidazol und Tetrazyklin.

Malfertheiner erinnerte daran, daß bei Magen- oder Duodenalulzera eine Eradikationstherapie uneingeschränkt empfohlen wird. Viele Studien belegten, daß dadurch das Problem der chronisch aktiven Gastritis und deren Komplikationen beseitigt werde. "Auch bei niedriggradigem MALT-Lymphom und atrophischer Gastritis ist die Eradikation ratsam, zumal dann Krebsvorstufen bis zu einem bestimmten Grad reversibel sind", so Malfertheiner.

Bei Patienten, die für längere Zeit Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR einnehmen, wird zuvor eine Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori ausgeschlossen oder die Patienten werden - falls eine solche Infektion doch vorliegt - behandelt. Nach einer Placebo-kontrollierten Studie beträgt das Risiko, unter NSAR ein Ulkus zu entwickeln, ohne Eradikation 34 Prozent, nach Eradikation aber nur noch zwölf Prozent.

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