Ärzte Zeitung, 01.07.2005

Versuch mit Antidepressivum lohnt bei Reizdarm

ATLANTA (ner). Mit dem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Paroxetin können offenbar die Symptome eines Reizdarmsyndroms gelindert werden. Entsprechende Fallberichte aus den vergangenen Jahren wurden jetzt durch Placebo-kontrollierte Studien bestätigt.

So berichteten die Forscher um Dr. Prakash S. Masand von der Duke University in Durham, North Carolina, beim US-amerikanischen Psychiatriekongreß (APA) in Atlanta, Georgia, über die erfolgreiche Behandlung von Reizdarm-Kranken mit 12,5 mg bis 50 mg Paroxetin täglich. Die Studie wurde vom Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützt, das Paroxetin als Seroxat®, etwa zur Therapie bei Depressionen, Angst-, und Panikstörungen anbietet.

72 Patienten hatten für zwölf Wochen Verum oder Placebo erhalten. Ein Ansprechen auf die Medikation war 20mal wahrscheinlicher, wenn die Patienten früher bereits einmal psychisch erkrankt waren (Angst, Depression), als wenn es bei der psychischen Anamnese keine Auffälligkeiten gab, so die Psychiater bei einer Posterpräsentation. Zum Zeitpunkt der Studie lagen keine psychischen Erkrankungen vor.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Dr. George Arnold von der Universität Pittsburgh im US-Staat Pennsylvania über Erfolge in einer Placebo-kontrollierten Studie bei etwa 100 Patienten berichtet (Am J Gastroenterol 99, 2004, 914). In den Studien profitierten 60 bis 70 Prozent von dem SSRI, mit Placebo waren es etwa ein Drittel. Die Unterschiede waren signifikant.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »