Ärzte Zeitung, 26.08.2005

Mehr Thrombos nach Antibiose

Effekt der Eradikation von Helicobacter pylori bei Thrombozytopenie bestätigt

ISEHARA (mal). Nicht nur Magen-Darm-Kranken bringt die Eradikation von Helicobacter pylori Nutzen. Auch Patienten mit idiopathischer thrombozytopenischer Purpura (ITP) können von dieser Therapie profitieren, bestätigen jetzt Forscher aus Japan.

Helicobacter pylori: Der Keim bringt nicht nur den Magen in Unordnung. Auch bei manchen Autoimmunkrankheiten mischt er mit. Foto: Abbott/Altana

In ihrer Studie haben Kollegen um Dr. Takayoshi Suzuki aus Isehara 13 Patienten mit chronischer ITP und Infektion mit Helicobacter pylori (H.p.) mit einer Eradikationstherapie behandelt. ITP ist eine Autoimmunkrankheit; typisch ist eine Thrombozytopenie. Zwölf weitere mit H.p. infizierte ITP-Patienten blieben unbehandelt.

Die Zuordnung zu den Therapiegruppen erfolgte nach Zufall. Sechs Monate später hatten nur Patienten der Eradikations-Gruppe bessere Blutwerte, wenn auch nicht alle: Vier hatten wieder normale Thrombozyten-Zahlen (über 150 x 103/µl), bei zwei weiteren waren sie deutlich gestiegen (Am J Gastroenterol 100, 2005, 1265).

Diese Ergebnisse stützten bisherige Hinweise, daß Oberflächenstrukturen von H.p. denen von Körperzellen ähneln und so vom Immunsystem verwechselt werden, heißt es in einem Editorial zur Studie. Auch für andere mit H.p. assoziierte Krankheiten wie chronische Urtikaria wird dieser pathogenetische Zusammenhang diskutiert.

Nach europäischen Leitlinien gehört die Thrombozytopenie zu den Indikationen, bei denen eine H.p.-Eradikationstherapie nach Ausschluß anderer Ursachen in Betracht gezogen werden kann.

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