Ärzte Zeitung, 10.03.2006

Darmspiegelung nur alle 20 Jahre reicht oft aus

HEIDELBERG (dpa). Würde die von den Krankenkassen bezahlte Koloskopie von allen Menschen ab 55 angenommen, ließen sich die meisten Darmkrebs-Erkrankungen vermeiden. Offenbar reicht aber nach einer ersten Koloskopie oft eine Wiederholung alle 20 Jahre aus (bisher wird alle zehn Jahre empfohlen).

Werden bei der ersten Spiegelung keine Krebsvorstufen entdeckt, ist auch nach 20 Jahren das Erkrankungsrisiko relativ gering, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum berichtet. Werden Krebsvorstufen gefunden, sei eine erneute Koloskopie aber nach drei Jahren dringend nötig.

Basis der Untersuchung waren Daten von 865 Patienten, die älter als 30 Jahre waren - 380 litten an Darmkrebs, 485 bildeten die Kontrollgruppe. Wenn es nach einer ersten Spiegelung keinen Krebsverdacht gab, sei das Erkrankungsrisiko um etwa 70 Prozent erniedrigt - und zwar über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »