Ärzte Zeitung online, 10.03.2009

Jedes fünfte Kind stirbt an Durchfall - WHO fordert mehr Einsatz

GENF (dpa). Fast jedes fünfte Kind stirbt weltweit an Durchfall - deshalb fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eindringlich mehr Einsatz zur Bekämpfung dieser Erkrankung. "Jedes Jahr sterben fast zwei Millionen Kinder daran", schreiben die Autoren in der am Montag in Genf veröffentlichten WHO-Studie.

Wenn nicht sofort mehr Augenmerk auf dieses Problem gelegt werde, wird das sogenannte Millennium Ziel verfehlt, von 1990 bis 2015 die Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel zu reduzieren.

Trotz der hohen Zahl an Fällen seien die Ausgaben seit den 1980er Jahren kontinuierlich gesunken, kritisierte die WHO. So sei für die Erforschung und Bekämpfung von Diabetes zuletzt fast zehnmal so viel investiert worden wie für Durchfallerkrankungen. "Die lebensrettende Behandlung von Durchfall ist einfach: Die Einnahme von speziellen Salzlösungen und Zinktabletten", heißt es in der Analyse. Eine solche Therapie koste nur 25 Euro-Cent pro Kind. Rund 50 Millionen Kinder seien seit der Entwicklung dieser Behandlung vor 25 Jahren gerettet worden. "Die große Herausforderung, der wir uns heute gegenübersehen, ist, alle Kinder, die an Durchfall leiden und sterben könnten, zu erreichen."

Zwar seien Behandlungsmethoden gut erforscht, es gebe aber immer noch große Mängel beim Zugang zu den Therapien. Deshalb wird in der Studie eine Liste mit den dringendsten Fragen genannt. Darin geht es um eine Optimierung beim Zugang zu den Therapien und eine effektivere Bekämpfung der Durchfallkrankheiten. "Ich hoffe, dass wir die nötige Unterstützung erhalten, um Antworten auf einige der verbleibenden Schlüsselfragen zu bekommen", sagte Studienautor Dr. Olivier Fontaine.

Die Studie der WHO ist im Fachjournal PLoS Medicine veröffentlicht.

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