Ärzte Zeitung online, 11.02.2011

Bei Reizdarm laufen Mastzellen wohl aus dem Ruder

Überaktive Immunzellen könnten eine Ursache für ein Reizdarm-Syndrom sein. Das legt jetzt zumindest eine aktuelle Studie der Universität Bonn nahe.

BONN (eb). Die genauen Ursachen des Reizdarm-Syndroms sind bis dato unbekannt. Als Auslöser geraten jedoch mehr und mehr bestimmte Immunzellen in Verdacht, die so genannten Mastzellen.

Eine aktuelle Studie unter Federführung von Ärzten der Universität Bonn verleiht dieser These nun weiteres Gewicht: Die Forscher fanden bei vielen Patienten mit schwerer Reizdarm-Symptomatik deutliche Hinweise auf eine krankhafte Mastzellüberaktivität (Z Gastroenterol 2011; 49: 191-194).

In der Pilotstudie haben Forscher aus Bonn und Krefeld bei 20 Patienten mit schwerer Reizdarm-Symptomatik untersucht, ob bei diesen Patienten eine Überfunktion der Mastzellen nachweisbar war.

Im Fokus der Untersuchungen standen dabei nicht allein die Darmbeschwerden der Teilnehmer, sondern sie fahndeten zusätzlich nach einer Vielzahl von anderen Beschwerden: Traten bei diesen Patienten Hitzewallungen auf? Litten sie unter Gefühlsstörungen in Armen oder Beinen? Mussten sie wegen asthmaartiger Beschwerden behandelt werden? Klagten sie über Wortfindungs-, Konzentrations- oder Schlafstörungen?

Bei 19 der 20 Patienten fanden die Ärzte eine Häufung derartiger Begleitsymptome. "In ihrer Kombination sind solche Störungen nur durch eine krankhafte Mastzellüberaktivität zu erklären", erläutert der Bonner Medizinprofessor Dr. Gerhard J. Molderings.

Bislang wurde davon ausgegangen, in Deutschland seien lediglich einige hundert Menschen von einer primären Überaktivitätsstörung von Mastzellen betroffen.

Die Ergebnisse der Studie deuten nun in eine andere Richtung: "Zumindest schweren Reizdarm-Symptomatiken kann eine systemische Mastzellüberaktivitätserkrankung zugrunde liegen", sagt Molderings. "Das könnte allein in Deutschland Hunderttausende von Menschen betreffen."

Es ist schon lange bekannt, dass krankhaft veränderte Mastzellen auch Darmsymptome auslösen können. Erstaunlicherweise brachte man die beiden Krankheitsbilder aber lange Zeit nicht zusammen.

Erst vor wenigen Jahren stellten Mediziner fest, dass bei Reizdarm-Patienten häufig die Zahl der Mastzellen im Darm erhöht ist. "Unsere Studie belegt nun erstmals, dass Reizdarm-Patienten häufig auch unter Symptomen einer Mastzellüberaktivität leiden. Man muss nur danach fragen", sagt Molderings. "Auch wenn die Zahl der Patienten in unserer Pilotstudie gering war, ist das Ergebnis diesbezüglich doch sehr deutlich."

Für die Betroffenen sind die Resultate der Studie Grund zur Hoffnung: Möglicherweise lassen sich die überaktiven Mastzellen nämlich durch einen Cocktail aus Medikamenten bändigen, die deren Botenstofffreisetzung hemmen. Damit sollten sich dann auch die quälenden Reizdarm-Symptome bessern oder im günstigsten Fall gar beseitigen lassen.

Fragebogen zur Erkennung einer Mastzellbotenstofferkrankung: www.uni-bonn.de/~umv701

[09.03.2011, 15:35:09]
Christoph Polanski 
Beruhigung von Mastzellen
Die überaktiven Mastzellen lassen sich am besten mit der medizinischen Bioresonanz nach Dr. G. Rummel beruhigen.
Veröffentlichungen in der schulmedizinischen Fachpresse sind bisher verweigert worden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Medizinischen Gesellschaft: www. bioresonanzinfo.de.
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