Ärzte Zeitung, 21.04.2011

Symptome wie bei einer linksseitigen Appendizitis

Der Schmerz bei Divertikulitis tritt meist akut auf, wird rasch kolikartig oder kontinuierlich. Schwieriger wird es mit der Diagnostik, wenn ein weniger klassisches Erscheinungsbild vorliegt. Auch an einen Reizdarm muss dann differenzialdiagnostisch gedacht werden.

Symptome wie bei einer linksseitigen Appendizitis

Bei Divertikulitis wird der Schmerz rasch kolikartig. Typisch: Das Anziehen der Oberschenkel zur Entlastung.

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KÖLN (sec). Bauchschmerzen im linken unteren Quadranten, Fieber und Leukozytose - kommen diese drei Symptome zusammen, so besteht der Verdacht auf eine akute Divertikulitis oder auf eine "linksseitige Appendizitis", wie die Erkrankung auch betitelt wird.

Wie bei akuter oder rezidivierender Appendizitis könne es jedoch sehr schwierig sein, die korrekte Diagnose zu stellen, wenn ein weniger klassisches Erscheinungsbild vorliegt, betonen Professor Wolfgang Kruis und Privatdozent Dr. Ludger Leifeld.

Als weitere, fakultative Symptome bei akuter Divertikulitis nennen die beiden Kollegen vom Evangelischen Krankenhaus Kalk in Köln unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe, Dysurie, Pollakisurie, Pneumaturie (bei Fistel zur Blase) und selten eine meist diskrete rektale Blutung ("Divertikelkrankheit", UNI- MED Science).

Der Schmerz bei Divertikulitis trete meist akut auf, werde rasch kolikartig oder kontinuierlich; meist vermeide der Patient bei peridivertikulitischer Entzündung, Abszedierung und peritonischer Reizung Bewegungen, und ziehe die Oberschenkel zur Entlastung leicht an. Tipps der beiden Kölner Kollegen zur Diagnostik und Differenzialdiagnostik bei Verdacht auf Divertikulitis sind unter anderem:

  • Je weniger lokalisiert die initialen Symptome sind, desto mehr sollten andere Differenzialdiagnosen erwogen werden; hilfreich sei hier die Sonografie, die durch gezielte Palpation ein Aufsuchen des entzündeten Divertikels und des Divertikel-tragenden Segmentes unter Sicht ermöglicht. Wichtige Differenzialdiagnosen zur Divertikulitis sind nach Angaben von Kruis und Leifeld Reizdarmsyndrom, akute Enteritiden viraler/bakterieller Genese, ischämische Colitis, chronisch entzündliche Darmkrankheiten oder etwa Neoplasien.
  • Die Abgrenzung der Divertikulitis von der symptomatischen, schmerzhaften Divertikulose (Divertikelkrankheit) stützt sich auf die bei Divertikulitis erhöhte Körpertemperatur (meist 38 bis 38,5 °C), auf objektive Urinbefunde, peritonitische Zeichen bei der Untersuchung, die Leukozytose und eine beschleunigte BSG oder ein erhöhtes CRP.
  • Eine praktische Hilfe zur Abgrenzung des Reizdarmes ist für Kruis und Leifeld das "closed eye sign", das Schließen der Augen von Reizdarm-Patienten trotz / bei Angabe von Schmerzen unter der Palpation. Patienten mit entzündlich verursachten Schmerzen hätten dagegen eher ängstlich geweitete Augen, wenn sich die palpierende Hand dem Schmerzherd nähert.

Bei den bildgebenden Verfahren steht in Westeuropa die Sonografie als Erweiterung der körperlichen Untersuchung in der ersten Reihe der bildgebenden Verfahren bei Divertikulitis, so Kruis und Leifeld.

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