Ärzte Zeitung, 23.06.2014

Ernährung

Veganes Supplement ergänzt vegane Kost

Immer mehr Menschen ernähren sich vegan - mit dem Risiko einer unzureichenden Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe. Die Lösung: ein rundum veganes Nahrungsergänzungsmittel.

Ortho_AH.jpg

Herstellung des rein veganen Nahrungsergänzungsmittels von Orthomol.

© Orthomol

LANGENFELD. Die Zahl der Menschen, die sich vegan ernähren, steigt. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) geht inzwischen von rund 800.000 Veganern in Deutschland aus. Diese Ernährungsweise hat bekanntlich viele gesundheitliche Vorteile wie ein niedrigeres Risiko für Hypertonie, Krebs sowie Diabetes. Gleichzeitig birgt sie aber das Risiko einer Mangelernährung speziell von Vitamin B12, Vitamin D3 sowie von Omega-3-Fettsäuren.

Dr. Jörn Weißenfeld, Leiter der Produktentwicklung beim Unternehmen Orthomol, kennt die Herausforderungen, zur Unterstützung bei veganer oder vegetarischer Ernährung ein rein veganes Nahrungsergänzungsmittel (Orthomol Veg one®) zu entwickeln.

"Vitamin D3 gab es zum Beispiel bisher nicht in einer veganen Qualität", so Weißenfeld zur "Ärzte Zeitung". Es werde normalerweise aus Lanolin, also aus Schafwolle hergestellt. "Wir arbeiten jetzt mit einem Rohstoff, der aus einer Flechte gewonnen wird."

Es gibt weltweit mehrere Standorte, unter anderem in Nordamerika und Skandinavien, an denen Flechten in Farmen gezüchtet werden. Da der D3-Gehalt der Flechten je nach Saison und Wetterlage Schwankungen unterliegt, habe man darauf geachtet, dass der Rohstoff aus mehreren verschiedenen Standorten bezogen wird. So erreiche man eine gleichbleibende Qualität und einen konstanten D3-Gehalt.

Alternative für Fischöl

Für Omega-3-Fettsäuren galt es ebenfalls, eine Alternative zu Fischöl zu finden. "Hier sind wir bei den Algen fündig geworden", so Weißenfeld. Die Mikroalgen unterlaufen einem Fermentationsprozess und dabei reichern sie sich die DHA* an. Dabei wird eine gleichbleibend hohe Qualität und Standardisierung gewährleistet, zudem könne garantiert werden, dass das Algenöl frei von Allergen oder potenziellen Verunreinigungen sei.

Im Anschluss wird die DHA aus der getrockneten Biomasse der Algen extrahiert und in einem weiteren Prozess aufbereitet. Weißenfeld: "Dieser Aufbereitungsprozess ähnelt einer Raffination, wie er auch bei hochwertigen Speiseölen erfolgt."

Um auch die Kapsel frei von tierischen Bestandteilen zu halten, wird eine gelatinefreie Weichkapsel verwendet: Die Kapselwandung wird aus Zellen der Rotalgen und einer Stärkemischung hergestellt.

Orthomol Veg one® unterliegt wie alle Orthomol Produkte der ISO 22000-Zertifizierung und ist zudem von der European Vegetarian Union zertifiziert. "Das spricht für einen sehr hohen Qualitätsstandard", sagt Weißenfeld.

Hohe Qualitätsansprüche

Es dürfen weder tierische Bestandteile enthalten sein, noch darf das Produkt während des Herstellungsprozesses mit tierischem Material in Berührung kommen. Zusätzlich läuft der Verkapselungsprozess unter Good Manufacturing Practice (GMP)-Bedingungen.

Ein GMP-gerechtes Qualitätsmanagementsystem dient der Gewährleistung der Produktqualität und der Erfüllung der für die Vermarktung verbindlichen Anforderungen der Gesundheitsbehörden. Auch an die Rohstofflieferanten werden hohe Qualitätsansprüche gestellt. So liegt etwa vom Algenölhersteller ein HACCP**-Zertifikat vor.

Weiterhin müssen die Rohstoffe allergen- und frei von GMO (gentechnisch manipulierte Organismen) sein. Zudem gewährleistet der individuelle Packungscode, dass das Produkt bis zum Rohstoff zurückverfolgt werden kann. (otc)

* Docosahexaensäure, gehört zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren

** Hazard Analysis and Critical Control Points-Konzept, Gefahrenanalyse und kritische Lenkungspunkte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »