Colitis ulcerosa / Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 28.09.2007

BLICK IN DIE ZUKUNFT

Zell-Apherese kann Darm-Entzündung stoppen

Apherese-Wirkung hält bei Colitis ulcerosa auch nach Therapie-Ende an / Neue Endoskopie-Systeme im Test

Eine wirksame Therapie ohne Medikamente - das ist ein Wunsch nicht nur von Patienten mit CED. Für Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) könnte es bald eine solche Option geben. Und: Bereits klinisch getestet werden noch bessere endoskopische Untersuchungsverfahren.

Viele Patienten mit Darmkrankheiten wünschen sich einfache, schmerzfreie Untersuchungen und gut wirksame, auch nicht-medikamentöse Therapien. Foto: dpa

Die Zell- oder Leukozyten-Apherese ist eine nicht-medikamentöse Therapie-Option, die etwa bei Patienten mit CU schon vielversprechende Ergebnisse brachte. Bei dieser Methode wird ein Teil der aktivierten Leukozyten (etwa auch selektiv Granulozyten und Monozyten) aus dem Blut entfernt. Meist erfolgt die Therapie einmal pro Woche.

In einer kleinen Studie mit 20 Patienten mit CU erreichten 14 von ihnen mit der Zell-Apherese sechs Wochen nach Therapie-Ende eine Remission. Offenbar hält ein solcher Effekt auch nach Ende der Therapie weiter an: Denn nach Daten einer anderen Studie kamen auch nach Ende einer fünfwöchigen Therapie immer mehr Patienten mit CU in Remission.

Bis Oktober läuft eine Multicenterstudie zur Apherese unter Leitung von Professor Axel Dignaß aus Frankfurt / Main. Die Ergebnisse werden sicher von Kollegen und auch vielen Betroffenen mit Spannung erwartet.

Bei den endoskopischen Untersuchungen werden neue Verfahren wie das NeoGuide Endoscopy System derzeit evaluiert. Im Gegensatz zu konventionellen Koloskopen, bei denen der Untersuchungsschlauch zwar biegsamen ist, aber aus einem Teil besteht, hat das neue System mehrere steuerbare Segmente.

Der Clou: Endoskopspitze und die Segmente enthalten Sensoren, die alle Bewegungen des Endoskops speichern und an den Computer der Steuereinheit weiterleiten. Und diese passt das Koloskop an die Darmschlingen an. So beschreiben die Mitentwickler Dr. Axel Eickhoff und Professor Jürgen Riemann aus Ludwigshafen die Methode (Gastroenterologe 2, 2007, 118). Damit sind Koloskopien praktisch schmerzfrei und ohne Sedierung möglich.

Weitere Entwicklungen, mit denen ebenfalls Biopsien entnommen werden können und die in Studien geprüft werden, sind das ColonoSight System mit Einmal-Schutzhülle und Einmal-Arbeitskanälen sowie das Invendo-Koloskopie-System, ein komplettes Einmal-System. (gwa)

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