Ärzte Zeitung, 09.01.2008

Antikörper induziert Remission bei M. Crohn

Adalimumab erhält Remission auch bei Crohn-Patienten, bei denen andere Therapien versagt haben

BOCHUM (otc). Für Patienten mit schwerem aktivem Morbus Crohn gibt es mit dem monoklonalen Antikörper Adalimumab seit kurzem eine neue Therapieoption. Der Antikörper kann bei einem Teil der Patienten eine langanhaltende Remission induzieren.

Und das klappt auch bei Patienten, bei denen andere Therapien versagt haben. Belegt wurde die Wirkung von Adalimumab bei Morbus Crohn in mehreren Studien, zuletzt in der GAIN×-Studie.

Von den 301 Patienten, die die Studie beendeten, waren in der Adalimumab (Humira®)-Gruppe 21 Prozent nach vier Wochen in Remission (34 von 159), mit Placebo waren es sieben Prozent (12 von 166). Eine Remission war definiert als das Erreichen eines CDAI-Wertes unter 150 Punkten (Crohn's Disease Activity Score CDAI, Skala reicht von 0 bis 600).

Die Daten der GAIN-Studie hat Professor Markus Neurath vom Universitätsklinikum Mainz bei der 62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Bochum vorgestellt.

An der vierwöchigen randomisierten Placebo-kontrollierten Studie haben 325 Patienten mit moderatem bis schwerem Morbus Crohn teilgenommen. Die Patienten hatten entweder nicht auf eine Therapie mit Infliximab angesprochen oder diese Therapie nicht vertragen. Die Teilnehmer bekamen entweder Placebo oder 160 mg Adalimumab zu Beginn der Therapie und 80 mg nach zwei Wochen.

Der Antikörper hemmt den Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNFα), ein wichtiges proinflammatorisches Zytokin. Es wird in der Mukosa von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen vermehrt produziert, sagte Neurath auf einem von Abbott veranstalteten Satelliten-Symposium. Der Wirkstoff kann von den Patienten selbst mit einem Pen injiziert werden.

×GAIN steht für Gauging Adalimumab Efficacy in Infliximab Nonresponders.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »