Colitis ulcerosa / Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 15.04.2008

Probiotika stützen die Remission bei Patienten mit Colitis ulcerosa

Präparate waren so wirksam wie Mesalazin / Weitere Indikation: Pouchitisprävention

MÜNCHEN (wst). Probiotika kommen zur Behandlung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in Frage. So haben sich Zubereitungen aus E. coli Nissle zur Remissionserhaltung bei Colitis ulcerosa bewährt. Ein Bakterienmischpräparat eignet sich Studien zufolge zur Prävention einer Pouchitis.

Als Probiotika werden lebende Organismen bezeichnet, deren Gesundheitseffekte bei konzentrierter oraler Aufnahme über die der üblichen Ernährung hinausgehen, erinnert Professor Wolfgang Kruis aus Köln. Die Anwendung von Probiotika bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehe zurück auf eine bereits 1918 veröffentlichte Beobachtung des deutschen Arztes Professor Alfred Nissle: Fünf Wochen nach oraler Aufnahme von lebenden Bakterien des nach ihm benannten Escherichia coli-Stammes Nissle war es bei einer jungen Patientin mit aktiver Colitis ulcerosa zu einer Remission gekommen.

Moderne Studien allerdings belegen für orale E.coli-Zubereitungen bei Colitis ulcerosa keine Remissionsinduktion, berichtete Kruis auf einem vom Unternehmen Merckle Recordati unterstützten Symposium in München. Dagegen ließ sich ein Nutzen bei der Remissionserhaltung nachweisen. So fand Kruis in einer einjährigen Doppelblindstudie mit 327 Colitis-ulcerosa-Patienten in Remission: Mit einmal täglich 200 mg einer standardisierten E. coli Nissle-Zubereitung (Mutaflor®) blieb die Remission ebenso gut erhalten wie mit dreimal täglich 500 mg Mesalazin (Rezidivrate 36 versus 34 Prozent).

Ein anderes Probiotikum-Präparat hat bei Pouchitis überzeugt. Es besteht aus vier Arten von Laktobazillen, drei Arten von Bifidobakterien sowie Streptococcus salivarius subsp. thermophilus (VSL#3®), sagte Kruis. In einer italienischen Studie hatten 40 Colitis-ulcerosa-Patienten nach ileumpouchanaler Anastomose zur primären Pouchitisprävention zwölf Monate lang entweder das Mischpräparat oder Placebo bekommen. Im Verlauf des Studienjahres kam es mit Placebo bei 40 Prozent, mit Verum nur bei 10 Prozent zu einer Pouchitis.

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