Ärzte Zeitung, 15.12.2010

M. Crohn ist ähnlich belastend wie Gewalttat

BERN (otc). Laut einer Schweizer Studie verursacht Morbus Crohn posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD), ähnlich wie sie bei Gewalt- oder Unfallopfern auftreten. Das führt zu einem Teufelskreis, denn die psychische Belastung ihrerseits scheint die Darmkrankheit zu verschlimmern.

An der Studie nahmen 597 Erwachsene mit Morbus Crohn teil. Die Forscher vom Berner Inselspital untersuchten zu Beginn die Psyche der Patienten. Anhand einer Skala, die von 0 bis 51 Punkte reicht, bestimmten sie das Ausmaß einer PTSD. 19 Prozent der Patienten kamen auf über 15 Punkte und hatten damit eine voll ausgeprägte PTSD.

Über die nächsten 18 Monate verfolgten die Ärzte den Verlauf von Morbus Crohn: Dabei stellte sich heraus, dass sich die Symptome von Patienten mit PTSD viermal öfter verschlechterten als jene der Patienten unter dem PTSD-Schwellenwert.

Frontline Gastroenterology 2010, online

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »